Umzug des Blogs

Nachdem hier auf myblog derart viel Werbung und Videos eingeblendet werden, die sofort in den Vollbildmodus wechseln und die man manuell nicht beenden kann, habe ich beschlossen, dass die Einträge in einen neuen Blog wandern werden.

 

In Zukunft werden neue Inhalte nurnoch auf

 

http://robert7r.blogspot.de/

 

 veröffentlicht.

Das war ein lange nötiger Schritt - myblog ist seit jeher eine Katastrophe bzgl. Werbung, Serverstabilität und Benutzerfreundlichkeit.

4.12.15 11:22, kommentieren

1047km FAI (1000km deklariert) am 28.06.15

Bei der Bewerbung um die „EP“ beim DAEC im September letzten Jahres sollte ich angeben, welche Ziele ich mir für das kommende Jahr mit dem Nimbus stecken würde. Das Hauptziel war, nachdem ich schon 2 1000er als Jojo geschafft hatte, ein 1000er als FAI zu fliegen. Dass das nicht so einfach ist, zeigten meine gescheiterten Versuche im Juni, wo das Wetter ganz anders war als ich mir das vorgestellt habe und ich dementsprechend falsch ausschrieb. Da die Tageslänge im Juni ein wichtiger Faktor für ein so großes Dreieck ist, versuchte ich es trotz der nicht überragenden Thermikprognosen auch am 28.06. wieder. Angemeldet waren Stillberghof - Kirnbergsee - Waldbuckel westlich Eisenach - Stankov (CZ) - Stillberghof.

Am Vorabend war erstmal viel zu tun, da die Mückenputzeranlage mit einer selbstgelöteten Schaltung nochmal neu programmiert werden musste. Schließlich habe ich um 22 Uhr noch 160l Wasser in die Flügel gefüllt und den Flieger aus dem Weg geräumt. Der nächste Morgen lief wie jeder Morgen am Stillberghof - viele Flugzeuge, viel Treiben und relativ viel Hektik. Da ich unter solchen Voraussetzungen nicht gut fliegen kann, war ich froh, dass bereits alles fertig parat stand. Um 09:00 lief dann erstmal der Himmel komplett zu, was der Feuchtigkeit der Gewitterschauer des letzten Tages geschuldet war. Trotzdem bildeten sich um 09:15 erste tiefe Cumuli im Westen. Der Schlepper war noch nicht da, doch mein Freund Andy Offer (danke nochmal!) sprang spontan in die Remo, um mich in die Luft zu befördern. Am Stillberghof war noch keiner startbereit und ich wurde mit dem frühen Start eher belächelt, doch der Startzeitpunkt war optimal gewählt.

Abflug in 1700m NN

In 1300m über Platz klinkte ich aus und startete die Task in 1700m NN. Die ersten 30km waren dabei eher spannend, denn es war schwierig eine Route durch die Wolkentürme zu finden, ohne die Erdsicht zu verlieren. Mit vielen Schlenkern schaffte ich es dann, in ca 500m AGL über dem Golfplatz bei Neresheim rauszukommen und ich konnte dort direkt unter sehr breitgelaufenen Strukturen unter der Basis weiterfliegen. Über Giengen/Brenz (warum macht man im Juni ein Flugplatzfest??) ging es weiter nach Blaubeuren, da hier noch halbwegs viel Sonneneinstrahlung vorhanden war. Die erste knifflige Stelle war dann der Einstieg ins höhere Gelände bei Blaubeuren, da dort keine Sonne mehr durch die hochtürmenden Wolken auf die Erde schien. Mit einem schwachen Bart schaffte ich es dann, nochmal ganz hoch zu kommen und Anschluss ans bessere Wetter zu bekommen. Dies war wohl die entscheidende Stelle des Fluges, da meine Vereinskollegen arg im Funk über das Wetter dort jammerten. Gerade in der Früh ist es fast immer lohnenswert, ein bisschen Geduld zu haben und die Entwicklungen zu beobachten...

Der Weg durchs EDR Heuberg war dann easy und ich konnte hinterm Klippeneck nochmal ganz hoch machen, um direkt in den Schwarzwald und damit in die Wende gleiten zu können.

Im Anflug auf den Kirnbergsee

Der Schwarzwald war wie so oft mäßig. Man bekam immer einen halbwegs guten Bart, allerdings nur nachdem man 10 Wolken abgesucht hat. Ich versuchte, aus meinen früheren Flügen zu lernen, wo ich im Schwarzwald immer recht inkonsequent geflogen bin und der Schnitt durch viele Kursabweichungen zu schlecht war. Das gelang ganz gut, da ich die Gleitleistung des Nimbus einfach ausgenutzt habe und die die Kursabweichungen meist unter 20° halten konnte. Das Kraichgau war dann wieder ganz gut und die Thermik wurde an Odenwald/Spessart vorbei immer zuverlässiger, wodurch ich bis zur Rhön relativ flott vorfliegen konnte. An der kahlen Stelle am Hang im EDR Wildflecken vermutete ich eine Granate und setzte (fast) alles auf eine Karte. Natürlich ging die Wolke nicht.... Die Luvseite der Rhön war dann meine Hoffnung, dann mit Sonne und Wind musste irgendwo am Hang ein Bart ablösen. Diesen Bart zu finden war dann kniffliger als gedacht, doch er kam sehr turbulent schließlich mit knapp 2m/s - kurz bevor ich mit einer Riesen-Kursabweichung aus der Rhön hätte rausgleiten müssen. Die Optik nach Eisenach war dann wieder gut, doch man sah die Abschirmung der Warmfront aus NW schon über der Stadt. Dass die Thermik dann unter dem Einfluss der Warmluft so schlecht wird habe ich nicht erwartet, doch da ich gut im Zeitplan lag, ging ich auf Nummer sicher und kurbelte mehrfach 0,8-1,5m/s, um irgendwie in die Wende und auf den Thüringerwald zu kommen. Bei einem freien Flug wäre ich nicht weitergeflogen...und am Ende vllt 30-50km weiter gekommen...

Thüringerwald, Fichtelgebirge, Oberpfälzerwald und Bayerwald waren ein Gedicht - ab dem Ochsenkopf ging es beinahe nur noch geradeaus und so konnte ich um kurz nach 17 Uhr meine letzte Wende nehmen. Ich rechnete mit einem Thermikende gegen 20 Uhr und flog einfach noch 20km über die Wende Stankov (CZ) raus, da ich den Flug bei dieser Thermikgüte nichtmehr gefährdet sah. Die Wende erfolgte dann knapp neben dem Flugplatz Klatovy (CZ)

letzte Wende bei Klatovy

Bei dem Rückweg wurde ich dann ab Cham eines besseren belehrt. Kaum Wolken mehr ab 18:15, mieses Steigen und unrunde Bärte waren angesagt. Ich konnte es nicht fassen, dass die Warmluft so unglaublich schnell vorankam und die Thermik im Juni schon vor halb 7 zusammenbricht. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich von Hang zu Hang im Altmühltal vorzubasteln und auf eine gute Ablösung zu hoffen. Als ich in einem Nuller Richtung Eichstätt aufrichten wollte, viel mir der Steinbruch ins Auge, der mir vor einigen Jahren schonmal eine Flug grerettet hat. Gerade als ich die 90°-Wende einleitete, sah ich eine LS8 an genau der Stelle eindrehen, wo ich die Thermik vermutet hätte. Während ich 160l Wasser über dem Altmühltal verteilte, sah ich die LS8 langsam steigen, glaubte aber nicht mehr an die Rettung, da sich keine Wolke über dem Steinbruch bildete. Der Bart war dann unglaublich unstrukturiert und teilweise nur eine positive Null, doch der leere Nimbus steigt erstaunlicherweise auch mit einer positiven Null noch halbwegs... :-) Der Bart ging mit viel Zentrierarbeit dann teils noch auf 0,5-1m/s und ich konnte um 19:15 nochmal auf 1750m Steigen. Das war dann aber der letzte Thermikhauch des Tages und ich musste noch 45km mit 150m plus auf dem Rechner abgleiten. Da ich in knapp über 1700m NN abgeflogen war, musste ich folglich in 700m NN ankommen, um die Task zu schließen. Es gab dann keine tragenden Linien mehr und so kam ich ganzschön ins schwitzen, als der Endanflugrechner teilweise auf unter 100m Ankunkftshöhe rechnete. Als ich dann im Rechner als Zielpunkt den Stillberghof einstellte und nicht mehr den 1km-DMST Zielpunkte, wurde aus den 100m noch 70m und ich zweifelte schon daran, überhaupt in den Platz zu kommen, da der relativ stark Nordwind auf den letzten km vor dem Stillberg normalerweise noch ein sauberes Lee wirft. Gerade an der Stelle, wo ich den Beginn des saufens vermutete, ging die Varionadel von -1 auf 0 - und das änderte sich bis zum Stillberg nichtmehr. Am 1km-Punkt machte ich die Lüftung zu (Druckabfall f. Logger) und zog den Nimbus auf 70km/h. Bis zum Auslesen war mir nicht klar ob es gereicht hat... die Freude danach war natürlich entsprechend riesig.

Ich hab mir dann erstmal ein Bier aufgemacht und mich 15min lang unter den Flügel gelegt, um die ganze Anspannung und die Eindrücke zu verarbeiten.


http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=4489454

13.7.15 14:55, kommentieren

Papas erstes und mein drittes 1000er (mit der ASH)

Der 18.04.2015 war einer dieser Tage, von denen man oft sagt „so ein Wetter kommt nicht wieder“. Dass ich von diesem Spruch nichts halte, da es jeder Jahr Wetterlagen gibt die nie wieder kommen, habe ich schon oft genug kundgetan. Es war einfach ein super Kaltlufttag.


Schon 2 Tage vorher saß ich an der Flugvorbereitung - allerdings war noch unklar mit welchem Flugzeug ich fliege. Stefan war mit der EP am Zug und so ergab sich der Umstand, dass ich das längst überfällige 1000er mit Papa in seiner ASH 25 versuchte. Bereits letztes Jahr haben wir es versucht, allerdings durch einen etwas zu späten Start nicht ganz geschafft. Die Wetterprognosen waren gut, doch mir war klar, dass ein 1000er nur mit einem makellosen Flug mit >100kmh Schnitt gelingen kann, da die Tage im April einfach nach viel zu kurz sind.


So kam es, dass wir (nach einem viel zu langen Frühstück) um 8 Uhr aufbauten und - mal wieder zu spät - um 09:45 das Gas reinschoben. Die ersten Entwicklungen waren schon eine halbe Stunde zuvor erschienen.... Nach einem lehrbuchmäßigen DMST-Start flogen wir unter einzelnen Fetzen schön zügig an der Donau entlang. Das Ziel war ein möglichst langer erster Schenkel in den Westen, um nachher genug Spielraum mit den Schenkeln zu haben. Wie so oft ging das Donautal an der Alb in der Früh hervorragend und wir konnten Punkt 12:00 Lokalzeit am Luftraum Zürich wenden. Hier mussten wir etwas Zeit lassen, da der Wind auffrischte und die Thermik dadurch etwas zerrissen war. Die Alb war auf dem Rückweg mit großflächigen Ausbreitungen abgeschirmt und so mussten wir die Gleitleistung der 25 das eine oder andere mal ausnutzen, um mit passablen Bärten halbwegs flott voranzukommen. Das mäßige Wetter hielt bis Gundremmingen, wo wir an einem Tiefpunkt mit 350m AGL etwas Zeit verloren haben. Dieser Bart war aber quasi das Eingangstor zum Superwetter, denn wir wendeten Richtung Norden mit der Perspektive auf Hammerbärte. Es ging durchs Ries, dann den Steigerwald hoch und schließlich über Bischofsberg an der Ostseite der Rhön entlang. Das Steigen war super, die tragenden Linien eher nicht so gut, doch das änderte sich nach der wende, wo wir die gleiche Strecke nahezu ohne kurbeln mit einem 126er Schnitt zurücklegen konnten. An der Wende zwischen Ansbach und Hesselberg fing ich dann das Rechnen an: Noch 210km zu fliegen für die 1000 und noch 2h Thermikzeit. Wir wussten dass es knapp wird aber es war nicht unmöglich, schließlich kann man genau dann, wenn die Thermik schwach wird bzw. stirbt, mit dem OK-Flieger noch einiges gutmachen. Wir flogen also sehr zielstrebig die Frankenalb bis über Regensburg raus an die Bayerwaldkante, um mit einer Rückkehr an den Startplatz genau die 1000 vollzumachen. Die Thermik war hier um 19 Uhr natürlich schon fast aus, schließlich war es auch schon 1h vor Sunset. Trotzdem konnten wir auf dem Heimweg noch die Restthermik über Regensburg mit <0,5m/s bis an die Basis mitnehmen und einen epischen Endanflug beginnen. Unsere sehr verhaltene Rechnung bezüglich der Ankunftshöhe war zu pessimistisch - die ASH belehrte uns mit ihrer guten Gleitleistung eines Besseren. Wir machten die 1000 über den Startplatz Etting zu und verheizten die verbleibenden 900 Höhenmeter, um noch vor Sunset am Boden zu sein. Um 20:02 Lokalzeit setzten wir nach 10:21h Flugzeit auf und vollendeten 1014km mit einem 103er Schnitt. Nicht schlecht für den 18. April. Man hat mal wieder gesehen, dass man nicht in Grenzen denken darf. Sowohl im April als auch im August kann man 1000er fliegen, dann eben über die Luftmasse und nicht (wie im Juni) über die Tageslänge.

3 Kommentare 15.6.15 10:55, kommentieren

Gap, Feuerstein, Dobenreuth, ...

Wie schon geschrieben, war ich im März in Gap.

Die Anreise war wie immer lang, aber dadurch dass man 1,5h weniger braucht als nach Vinon irgendwie erträglich. Es stellte sich ab dem Tag meiner Anreise eine recht stabile und trockene Wetterlage ein, wodurch ich mehrere Tage bei schwacher Blauthermik fliegen konnte. Zwischendrin gab es dann Nordost-Mistral, der aber nicht einfach zu nutzen war. Insgesamt hat es für knapp 60h fliegen in 2 Wochen gereicht, was für März ohne Langstreckenmistral schon wirklich super ist. Da dann ab 20. März eine länger anhaltende Schlechtwetterperiode begann, habe ich kurzfristig meine Sachen gepackt und bin eine Woche früher als geplant wieder nach Deutschland gefahren. Gap kann ich wirklich empfehlen, mein Vater und ich hatten eine super Zeit dort und man ist im Vergleich zu den anderen Plätzen noch wirklich "in Frankreich". Die lockere und entspannte Atmosphäre ohne Hektik färbt relativ schnell ab und man kann neben der Fliegerei gut relaxen.

In Deutschland war dann wie immer im März erstmal Mistwetter, sodass für zwei Wochen erstmal fliegerischer Stillstand angesagt war. Am Stillberghof hat die Baufirma dann den Platz für die Asphaltierung vermessen, fängt aber leider seit 1,5 Wochen nicht mit den Arbeiten an. Fliegen können wir in dieser unklaren Zeit bis zum Vielleicht-Baubeginn zwar in Genderkingen, da mir der Trubel aber zu anstrengend ist bin ich an den Feuerstein geflüchtet, um mit Bene die 3 guten Tage über Osten zu nutzen. Wir konnten sowohl am Feuerstein als auch in Dobenreuth schöne Flüge mit unseren beiden Clubklassegleitern erleben und die Schwächen im engen Team erkennen und verbessern. Dabei fiel mir (genauso wie letztes Jahr) auf, dass ich erst nach ca 15h Flugzeit mit dem Cirrus wieder warm werde. Das macht sich darin bemerkbar, dass ich in den ersten Stunden erkennbar schlechter steige, was sich erst nach über 10h langsam verbessert, indem ich die Fahrt und Schräglage exakt einstelle. Da sieht man doch, wie viel Feingefühl der Flieger braucht, obwohl ich schon viele Stunden drauf habe.

Bald gehen die langen Tage und (hoffentlich) langen Flüge wieder los, dann gibt es hier auch wieder interessant(er)es zu lesen!

8.4.15 22:27, kommentieren

Die Saison 2015 beginnt.

Jetzt mal was zu 2015:

Für diese Saison bekam ich (zusammen mit Stefan) den Nimbus 4 "EP" vom DAEC zugesprochen. Da wir beide im selben Verein fliegen, können wir das Gerät sicher optimal nutzen.

Diese Woche wird noch das ARC vom Cirrus verlängert und ich muss mich noch um Uni-Vorbereitungen und einige Dinge zuhause kümmern - doch dann gehts am 03.03. (nach dem D-Kader Workshop im bayerischen Wald) nach Frankreich.

Dieses Jahr mal nicht nach Vinon sondern nach Gap Tallard, da ich mal einen anderen Startplatz und andere Leute kennenlernen will.

Von dort aus werd ich sicher auch mal einen Eintrag verfassen (falls ich dort gute Flüge machen kann..)

 

23.2.15 12:26, kommentieren

Winternachtrag zum 894km-Flug am 18.06.2014

Da ich mittlerweile mehrfach drauf angesprochen wurde, mal was zu dem Flug zu schreiben den ich nach dem Cirrus-1000er geflogen habe, liefere ich jetzt in der kalten Jahreszeit endlich mal den Nachtrag.

Nachdem ich am 16.06. abends ja in Gundelfingen gelandet bin, war der Cirrus im Hänger sodass ich am 17.06. beim Blick ins Wetter sofort wieder zum aufbauen und Bezüge draufziehen an den Flugplatz gefahren bin. Die Uni hat etwas gelitten im Juni wie man sieht...

Jedenfalls nahm sich mein Freund Andy Offer an diesem Mittwoch auch frei und zog den Mininimbus incl. Wasser an den Start. Unsere Schleppgötter Josef und Hubert waren super früh am Platz sodass ich um 09:39 starten konnte. Nach einem 800m-Schlepp glitt ich erstmal rüber zu den ersten Buckeln südlich Harburg, wo zwei kleine Fetzen hingen. Die gingen dann sehr sehr unkonstant mit einem knappen halben Meter und da ich eh schon an der Basis war, gab es außer Warten nur die Alternative ca. 25km durchzugleiten nach Neresheim, wo die nächsten Wolken standen. Dieser Loch ist sehr typisch wenn man am Stillberghof früh startet, dementsprechend blickte ich relativ optimistisch auf den Flug. Die Sicht war aber so dermaßen gut, dass ich den Gleitwinkel des Cirrus maßlos überschätzte und mich einige Kilometer vor Neresheim in 240m wieder fand. Gott sei dank hatte ich da die Geduld in dem ersten Nullschieber des Tages zu warten denn ein Weitergleiten wäre um kurz nach 10 die sichere Außenlandung (eventuell noch vor Neresheim) gewesen. Nach den ersten paar Nuller-Kreisen schoss Andy etwas höher in den Bart, flog aber dann mutig weiter und war danach froh, in eine ähnlich schwache Ablösung in gleicher Höhe zu stolpern. Dadurch dass wir etwas geparkt haben hatte die Sonne noch ein wenig Zeit einen guten Bart am Flugplatz Neresheim zu produzieren, wodurch wir dann bei schließlich angeschaltener Thermik den Anschluss auf die Alb schafften.

Die erste Wende des angemeldeten 713km FAI-Dreiecks war Blaubeuren, die ich gleich in der Früh um ca 8km nach hinten ausflog. Wie so oft ging es danach in den Thüringer Wald nach Suhl Goldlauter (immer wieder Frage ich mich, warum wir in Suhl wenden und nicht einfach mal einen eigenen Wendepunkt setzen...). Die Thermik auf diesem Schenkel war nicht ganz so stark wie wir das von der Alb noch gewohnt waren, denn die Bärte waren um über einen halben Meter schwächer und nicht ganz rund. Ich flog dabei extrem stur Mcready da die Zuverlässigkeit so hoch war, dass man auch mal tiefer wieder rauskommen konnte. Am Barogramm sieht man, dass es auch mal tiefer runterging, die Steigwerte beim Kurbeln waren aber durch meine selektive Fliegerei im Schnitt ganz gut. Die Wende Suhl war um 14 Uhr local gegessen und auch hier ging es nochmal 5km hinten raus, denn für die Suhlwende waren wir recht früh dran und hatten gut Spielraum. Andy hatte ab diesem Zeitpunkt große Probleme mit Mücken auf seinem Profil. Ich hatte zum Glück Putzer dran und man hat gesehen dass selbst Wasser und Wölbklappe nichts mehr bringen wenn das Profil bei den alten Geräten verschmutzt ist. Der Mini hatte ohne Übertreibung absolut keine Chance mehr gegen den Cirrus und das obwohl ein sehr qualifizierter Pilot in dem 15m-Renner saß.

Nördlich Sonneberg musste ich nach Westen aus dem Thüringer Wald rausgleiten, da eine recht große Abschirmung die Thermikentwicklung einbremste. Den Stausee hab ich dann knapp über Augenhöhe passiert und hab dann am ersten Sonnenfleck in Bergflugmanier einen 2m-Bart direkt auf dem Kamm in 1000m NN gezogen, der die Sache wieder recht entspannt aussehen ließ. Danach haben wir so unglaublich gebolzt und eine Granate nach der anderen gezogen sodass ich selbst ein halbes Jahr später noch völlig fasziniert von diesem spaßigen Streckenabschnitt bin.

Die anvisierte Wende für das ausgeschriebene FAI-Dreieck war ein Drachenlandeplatz bei Furth im Wald, die ich um 16:20 mitnahm. Andy drehte wegen der Mückenproblematik entnervt Richtung Stillberghof ab und kam natürlich gut am Stillberghof an, ich wollte aber noch nicht heim und schoss am Arber vorbei einmal über den Bayerwaldkamm. Darauf folgte eine lange Gleitstrecke, denn die Wolken über dem Bayerwald waren mehr Wasserleichen als Thermikspender und ich war schon etwas verunsichert ob die Ausdehnung ein guter Plan gewesen ist. Mit etwas Gebastel ging es an der Bayerwaldkante querab Straubing wieder ganz passabel weg und der Heimweg zurück an den Stillberghof aus Osten war wie immer um diese Tages- und Jahreszeit ein Genuss woraufhin ich um kurz nach halb 7 Lokalzeit das angemeldete 713er und freie 774er FAI-Dreieck schließen konnte. So früh bin ich dann natürlich nicht gelandet und verlängerte den Schenkel nochmal nach Westen und dann gegen den etwas auffrischenden Ostwind über Eichstätt hinaus. Südöstlich Eichstätt lutschte ich dann die letzte Wolke bis zum Gehtnichtmehr aus, was mir zwar streckentechnisch durch den Versatz des Ostwinds zurück zum Platz nichts mehr brachte aber unglaublichen Genuss darstellte. Nach einem langsamen 40km Endanflug konnte ich um 20:34 nach 10:55h Flugzeit zzur Landung ansetzen und einen unglaublich anstrengenden aber auch spaßigen Flug beenden.

Der Flug hat mir wieder mal gezeigt was mit unseren vergleichsweise schlechten Clubklassefliegern mit einem super motivierten Team alles geht. Welche flächigen Strecken bei einer optimistischeren Wendepunktwahl noch möglich sind kann sich jeder selbst ausrechnen. Allzuviel Spielraum gibt es für die Streckenlänge in der Flächigkeit wahrscheinlich nicht mehr aber ein 900er FAI mit Clubklasse ist zumindest nicht unrealistisch!

4.12.14 16:17, kommentieren

Saisonende 2014

Jetzt ist es schon wieder September -  und die Saison beinahe vorbei.

Ich kann auf wunderschöne Flüge zurückblicken, die noch dazu aus sportlicher Sicht sehr schön waren. So konnte ich mit dem Cirrus 4x über 700km, 2x über 800km und einmal über 1000km erreichen.

Welche neuen Erfahrungen ich gemacht habe - und inwiefern mir das letzte Jahr mit dem OLC-Discus dabei geholfen hat - werde ich im Winter mal extra aufarbeiten und unter anderem hier veröffentlichen.

 

Ansonsten stand nach der Streckenflugsaison im August die DMJ in Zwickau an, die ich in der Standardklasse bestreiten durfte. Mit dem Endergebnis (Platz 13 von 34) bin ich nicht ganz zufrieden aber auch nicht vollends unzufrieden. Die detaillierten Schlüsse aus dem Wettbewerb werde ich auch in der flugfreien Zeit im Winter ziehen. Der Wettbewerb war super organisiert, man merkt den Zwickauern ihre Routine einfach an. Die Stimmung war nicht übertrieben denn das an sich gute Wettbewerbsklima wurde durch Zickereien und Missgunst zwischen den Teilnehmern teilweise etwas getrübt. Im Endeffekt ist es wohl eben so wenn es um mehr als die goldene Ananas geht, ob ich mir das weiterhin und auf Dauer in meiner Freizeit antun muss steht auf einem anderen Blatt.

 

Im direkten Anschluss an die DMJ bin ich dann schließlich noch nach Schweinfurt auf den LIMA-Lehrgang des LVB gefahren, wo Jan, Benni, Maria und meine Wenigkeit wegen Trainerausfalls spontan "hinbeordert" wurden. Ich hätte nie gedacht dass mir das so viel Spaß machen kann! Die 5 Tage meiner Anwesenheit waren rundum super und wir konnten an vier Flugtagen  viel lehren und lernen. Das Abschlussfeedback der Teilnehmer klang in etwa so wie mein Feedback und das spornt mich dazu an, nächstes Jahr wieder auf einem LIMA tätig zu sein.

 

Die kommende Saison schwirrt mir auch schon im Kopf herum. Bisher habe ich Pläne bzgl. Frankreich im Frühjahr + Sommer und einem Clubklassewettbewerb würde ich auch gerne Beiwohnen, sofern sich ein adäquater Ausrichter für eine Quali im nahen Umkreis findet. Wir werden sehen...

2.9.14 21:20, kommentieren

Das Überkopf-FAI (24.06.14)

Nachdem die Luft die vorigen Tage immer weiter abtrocknete, wurde für Dienstag ein schwall frische Luft vor der Kaltfront aus Nord angekündigt.

Das Wetterfenster schien ziemlich schmal zu sein, von Main bis Donau war allerdings gutes Wetter zu erwarten und so überlegte ich wie man in das Wetter eine Aufgabe legen könnte. Die westliche Alb war zugestaut, da eine Front an den Alpen hängen blieb, und die östlichen Mittelgebirge sollten ausbreiten also kam fast nur ein Dreieck mit langem Schenkel nördlich Nürnberg in Frage. Ich entschied mich am Vorabend für Stillberghof - Michelstadt -  Tirschenreut -Stillberghof (580km) und fuhr am halb 8 in Augsburg los. Selbst der größte Optimist hätte hier nicht an fliegen gedacht denn in Augsburg regnete es in der früh was das Zeug hielt. Auf der B2 nach Norden klarte es dann immer weiter auf und um halb 10 war der Stillberghof dann endlich frei von Wolken.


Um halb 11, als schon eine halbe Stunde Cumuli am Himmel standen, schleppte mich Josef auf 800m über Platz und ich flog direkt nach Westen die Rauhe Wanne entlang. Das Steigen war hier 1,5-1,8 und die Wolken waren leicht aufgereiht, im Norden allerdings Inversion und keine Wolke. Ich versuchte über Schwäbisch Hall nach Nord-Westen zu kommen, doch ab der Albkante war Stochern im Blauen angesagt und ich wurde unglaublich langsam. Die Bärte waren schwach und gingen nie richtig hoch, die Hoffnung war allerdings der in der Ferne sichtbare Odenwald, der schön entwickelt war und gutes Steigen versprach. Mit einem grandiosen 65er Schnitt erreichte ich den Odenwald und freute mich auf schönes Steigen unter herrlichen Cumuli -  doch da täuschte ich mich gewaltig. Der Odenwald war noch schlechter als das blaue Stück und so musste ich kurz vor der Wende 5km zurückfliegen um nicht stumpf in unlandbarem Gelände einzurasten. Die Wolken gingen einfach nicht und so entschied ich mich, stumpf die Hänge im blauen abzugleiten und auf Ablösungen zu hoffen, die mich nach oben bringen. Zum Glück kam dann ein Bart und ich war froh wieder oben zu sein denn in den Tälern des Odenwalds außenzulanden ist wirklich kein Spaß. Direkt am Flugplatz Michelstadt nochmal das gleiche Spiel in 900m NN und ich bewies Geduld und kurbelte schwache Bärte bis ich aus dem Odenwald heraus war. Der zweite Schenkel in den Oberpfälzer Wald durch die fränkische Schweiz belohnte dann für die Mühen, hier lief es einfach gut und ich konnte die 250km in nichtmal 2,5h absolvieren. In Tirschereut war dann alles breitgelaufen und ich musste wirklich lachen im Fliegen - wie kann man in dieser Seenlandschaft eine Wende setzen! Wenn es irgendwo zu viel Feuchtigkeit gibt die breit läuft dann hier. Nach etwas Kurbelei war diese mühsame und amüsante Wende auch erledigt und ich flog den Sektor noch 10km nach hinten aus um dann weiter im Osten in einem weiten Bogen über Weiden durch das Luftraumloch zwischen Nürnberg und Hohenfels zu fliegen. Auch hier gab es mehr Wolken als man sich das so wünscht und das Thermikfinden glich eher einem Glücksspiel doch irgendwann hatte ich den Dreh raus und kam ganz angemessen mit einem 82er Schnitt am Stillberghof an. Um 6 Uhr wollte ich den Tag selbstverständlich noch nicht beenden und flog nach der Dreiecksschließung unter riesigen Wolkenwürsten bis kurz vor Heubach an den C von Stuttgart ran. Der Rückweg wurde dann spannend und ich konnte meiner liebsten Disziplin nachkommen, nämlich am Abend mit schwachem Steigen noch weit zu fliegen. Über Heidenheim fing es dann leicht an zu regnen und hörte dann bis auf kurze Unterbrechungen nicht mehr wirklich auf bis ich am Stillberghof zurück war. So kam es, dass der Flug um 7 schon fast beendet war und ich mit 400m plus mit bestem Gleiten auf die Homebase zufliegen musste. Insgeheim hatte ich noch die Hoffnung, einen Bart am Ziegelwerk zu finden, denn hier standen noch wenige Sonnenstrahlen über einen längeren Zeitraum drinnen. Der Plan ging dann nochmal auf und ich konnte in einem satten Bart um 19:20 nochmal bis kurz vor die Basis steigen. 

 

Über Eichstätt sah ich unter 7,5/8 auch nochmal einen kleinen Sonnenfleck, der einen Bart erzeugte, den ich im Regen nochmal mit 0,5-0,7m/s auslutschen konnte. Der endgültige Rückweg zum Stillberghof war fast in permanentem Regen aber dennoch in gut tragenden Linien und so konnte ich den 6. Schenkel noch bis 15km über den Heimatplatz ausdehen, ehe ich dem Flug mit einem flotten Endanflug über die Stadt ein Ende bereitete. Um 20:39 Lokalzeit landete ich mit 791km auf dem Tacho und schrieb den dritten 10h-Flug der letzten 8 Tage ins Flugbuch. Was ein Juni!

http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightbook.html?sp=2014&st=olcp&rt=olc&pi=35194

 

25.6.14 15:25, kommentieren

Cirrus 1000er

So, nachdem der Flieger fertig vorbereitet für morgen am Start steht, schreib ich mal ein paar Zeilen zum gestrigen Flugtag.

Wie (fast) immer vor einem guten Tag hab ich am Vortag den Flieger fertig aufgebaut, abgeklebt, ausgestattet und in die Bezüge gesteckt. Der abendliche Wettercheck versprach kein ausgesprochen flächiges Wetter aber südlich des Main gute Verhältnisse. Die Randbedingungen waren: Kaltluft, Ausbreitungen über den Mittelgebirgen und eine herrannahende Frontlinie von Norden, die die Thermik durch Abschirmungen zwischen 18 und 20 Uhr beenden sollte. Ich habe dann am Abend lange gegrübelt wie man in das Wetter einen flächigen Flug legen könnte, bin aber dann irgendwann zu dem Schluss gekommen, einfach parallel zur herannahenden Abschirmungslinie zu fliegen, um jederzeit auf die nicht genau vorhersehbare Wetterverschlechterung reagieren zu können.

Am nächsten morgen klingelte dann nach 6h Schlaf der Wecker um 7 in der früh und ich besorgte Frühstück, um schließlich mit vollem Magen Mario beim aushallen helfen zu können. Ab 9 waren wir startbereit und um halb 10 kam glücklicherweise der Schlepper, der mich um 09:36 in die Luft beförderte. Eigentlich wollte ich bis ca 800m über Grund geschleppt werden um gleich abfliegen zu können, in der ersten Kurve des Schleppzugs war ich aber irgendwie zu blöd der Schleppmaschine hinterherzufliegen und hab mich wegen Seildurchhangs und einer dummen Position hinter der Schleppmaschine sicherheitshalber ausgeklinkt. Da hing ich dann in 500m über Grund ohne Wolke um mich herum - und das nur wegen einer Unaufmerksamkeit. Unter einem kleinen Fetzen rührte ich 0,5m/s in 400m über Grund an und machte ein paar Meter gut ehe ich mich zur nächsten Entwicklung tasten konnte, die knappe 1,5m und mich an die Basis brachte. Um 10:05, fast eine halbe Stunde nach dem Start, konnte ich dadurch erst abfliegen. Die recht unstrukturierte Optik nach Westen irritierte mich erst, ab Neresheim wurde es dann schöner und ich konnte mit Rückenwind schönen Aufreihungen südlich der Alb in 1300-1700m NN folgen. Die Alb war schon in der früh mit 7/8 breitgelaufen und die Route der Wahl führte mich über Mengen bis an den Luftraum von Zürich bei Binningen, wo ich bei Kilometer 194 auf der Stillberghof um kurz nach halb 12 wenden konnte. Ähnlich rasant  lief der Gegenwindschenkel, der mich auf ähnlicher Route bis kurz vor das Hohenfelser ED-R führte. Ab Höhe Stillberghof nahm der Wind ab, die Aufreihungen im NO-Wind verschwanden und so ging das Wolken-hopping los. Die Wolkendecke wurde nach Osten zunehmend dichter, die Sonne hatte dadurch kaum noch eine Chance den Boden zu erreichen und dementsprechend leicht fiel mir dann die Wende an besagtem Luftraum. Bis Gingen/Brenz dann das bekannte Bild doch was dann folgte habe ich so noch nie erlebt. Die Alb bot ein Wetter, das sich kaum in Worte fassen lässt. Steigen unter jeder Wolke 3-5m/s, Basis 2500-2600m und bolzen bis in den gelben Fahrmesserbereich waren angesagt und ließen die Motivation ins unermessliche Steigen. Um halb 4 standen 600km auf der Seeyou-Optimierung und ich malte mir aus, was der Tag noch bringen könnte, wenn das Wetter halbwegs so gut bleiben würde. Mario, dessen Batterien etwas schwach waren, meldete sich nach einigen Stunden Energiespar-Abstinenz im Funk und teilte meine Überlegungen mit dem Satz: " Rechne mal hoch was da heute möglich ist, wenn das Wetter bis 7 so bleibt" - Wir dachten beiden an die gleiche 4-stellige Kilometerzahl ohne sie auszusprechen. Knapp hinter Neuhausen wendete ich zum dritten mal an diesem Tag mit der Vorgabe, so lange es geht gegen den Wind zu fliegen um Abends bei schwacher Thermik den Rückenwind-Vorteil möglichst lange auszukosten. Die Thermik wurde erwartungsgemäß im Tagesgang schlechter, die Wolkenabstände größer und die Abschirmungen mächtiger, doch mit geschickter Routenwahl war ich um 18:40 mit 905 geflogenen Kilometern zurück am Stillberghof. Der Himmel Richtung Osten war zu 7/8 mit AC bedeckt, doch einzelne Cumuli wiesen mir den Weg gegen den Wind auf der fränkischen Alb. Nach einer langen Gleitstrecke konnte ich an einer Waldkante bei Eichstätt 0,5m/s kurbeln was ich ganz und garnicht zufriedenstellend fand. Gezwungenermaßen wendete ich hier da ein Weiterflug nach Osten ohne Gleitzahl >60 unmöglich schien. Bei Burgheim stand die einzige Wolke im Umkreis die noch Thermik versprach, bevor der Cirrenschirm endgültig den Tag beenden sollte. Hier war dann nochmal ein Meter drin, der mich auf 2200m beförderte und dem Flug dadurch das I-Tüpfelchen gab. Die 1000 waren sicher im Kasten, und ich versuchte per Funk Kontakt mit meinem Rückholer Andy (Danke an dieser Stelle nochmal!!!) aufzunehmen, denn der Plan war den fünften Schenkel des Fluges auf gerader Linie abzugleiten, um die 1000 nicht durch die Verwendung des 6. Schenkels und einer dadurch veränderten Optimierung in Gefahr zu bringen. Ich erreichte Andy nicht, verließ mich aber auf sein Versprechen vom Vorabend und so glitt ich bis zum Flugplatz Gundelfingen, wo um viertel nach 8 das Rad meines Cirrus rollte. Man kann sich vorstellen wie ich rumgesprungen bin und wie ich mich gefreut habe, denn ein 1000er mit der Clubklasse im Flachland war für mich bisweilen eine Sache, die nur für einen Michael Ebel möglich ist. 1019 km spuckte der OLC dann nach dem Upload aus und ich hätte ich Nachhinein betrachtet auch einfach zum Stillberghof fliegen können für den vierstelligen Flug, das war mir aber zu heiß  und ich hätte mich sicher tierisch geärgert wenn der Plan nicht aufgegangen wäre.

Es bleibt zu sagen:

Danke an meinen Verein und die super Truppe dort, ohne euch hätte das nicht geklappt!!!

Edit (23.06. -->Fehler beseitigt):

Was ich in der nächtlichen Schreibaktion ganz vergessen habe zu erwähnen: Neben mir haben auch Thomas Köcher und Mario Wissmann das 1000er geflogen, noch dazu Arne Röpling am Vortag von Neustadt Glewe aus. Man kann sich vorstellen wie Mario, Arne und ich uns gefreut haben, vor 3 Jahren haben wir noch an 700km-Flügen gebastelt... ;-)

 

 

17.6.14 23:59, kommentieren

2014

Lang lang ist`s her seit dem letzten Eintrag, das hatte auch seinen Grund. Ich musste nach dem Sommer in der Luft erstmal mein Leben wieder auf die Reihe kriegen und mich um die Uni und private Dinge kümmern. Da ich den Sommer in dem High-End Sportgerät verbracht habe, hatte ich dann auch irgendwie den Anspruch meinen Cirrus schöner und besser zu machen und vor allem den Hänger auf Vordermann zu bringen. So hab ich dann von Ende August bis Mitte März fast jede freie Stunde damit verbracht, das Material neu aufzuarbeiten damit zum Saisonanfang alles gut dasteht. Ich denke das ist mir ganz gut gelungen, Bilder davon könnt ihr im Picasa-Webalbum ansehen. Allein der Hänger hat mit Sicherheit 300 Arbeitsstunden gekostet, es ist so gut wie alles neu oder überholt.

In der letzten Märzwoche habe ich dann zum Saisonanfang meine Freunde zum Fliegen an den Stillberghof eingeladen, wo wir zwei Wochen lang jeden fliegbaren Tag genutzt haben. Wir hatten viel Spaß und sind für die Jahreszeit auch erstaunlich gut geflogen. Das Highlight war sicherlich der Ausflug ans Klippeneck. Hier der Link zu den OLC-Flügen.

Mittlerweile sind wir wieder mitten in der Saison angekommen, bis auf einen Hammertag und 2-3 ganz gute Tage ist das Wetter noch nicht ganz aufgeblüht. Kleine Zwischenhochs und kleinräumiges Wetter lassen im Moment keine großen Flüge zu, der Cirrus und ich sind allerdings in den Startlöchern.

12.5.14 14:06, kommentieren

Saisonende

Die Saison ist mittlerweile auch schon wieder vorbei. Den OLC-Discus habe ich am 05. Oktober auf der Wasserkuppe an den nächsten Junioren übergeben- natürlich schweren Herzens mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Einerseits will man so ein tolles Flugzeug nicht wieder hergeben, andererseits hatte ich damit eine so schöne Zeit, dass ich es auch anderen gönne solche schönen Flüge machen zu können. Ich kann hier nur nochmal wiederholen, was ich auch in den Kommentar meines Abschlussfluges schrieb:

 

Da die Wetteraussichten nicht mehr so toll sind, bleibt mir am Ende des Frankreichaufenthaltes und am Fast-Ende des Jahres nur zu sagen:

Danke an alle, die mir dieses wahnsinns Jahr beschert haben.
Das sind

-->Wilfried Großkinsky, der mir mit seinem Flugzeug die Chance gab, solche wahnsinns Flüge zu machen und so unglaublich viel erleben zu dürfen. Danke Wilfried für alles, vor allem auch für die immer guten Tips und Ratschläge und ein immer offenes Ohr!

-->Meine Eltern, die mich immer und in allen Belangen unterstützen!

-->Mein Verein, die SFG Donauwörth-Monheim am Stillberghof, durch den ich in einem super Umfeld mit klasse Leuten Segelfliegen darf. Besonders möchte ich auch Hubert und Josef danken, die ausnahmslos (!!) immer unter der Woche an den Flugplatz kamen, um mich zu schleppen und mir zu helfen. Das ist wirklich einzigartig und ich weiß das sehr zu schätzen!

-->Arne Röpling, der trotz des Pechs bei der Flugzeugvergabe weiter gut drauf und ein super Freund war und ist und mit dem ich das Jahr über viel Spaß hatte!

-->Alle Leute, die ich dieses Jahr kennen lernen durfte und schon kannte und mit denen ich eine super Zeit verbracht habe!

Die Saison neigt sich dem Ende zu und in Deutschland wird es nicht mehr viele Thermiktage geben, woraufhin ich den Discus am 5. Oktober an den nächsten Junioren übergeben muss (und darf). Liebe Junioren, für diesen Preis lohnt es sich wirklich sich mächtig ins Zeug zu legen!!! 

 

Der Uni-Alltag hat jetzt wieder begonnen und ich hab jetzt auch wieder Zeit mich um mein eigenes Flugzeug zu kümmern. Der Cirrus steht seit 3 Wochen in der Werkstatt und ich habe jede freie Minute in das Gerät gesteckt, damit er nächstes Jahr top dasteht. Den Winter nutze ich noch dazu dem Anhänger eine Komplettüberholung zu verpassen. Damit habe ich nächste Saison Top-Material!

Für nächstes Jahr steht auch schon einiges auf dem Plan. Die DMJ wird in Zwickau anfang August stattfinden, vielleicht fliege ich vorher auch noch einen Wettbewerb. Im Moment bin ich eher gegen einen zweiten Wettbewerb weil die schönste Fliegerei für mich immernoch zuhause am Stillberghof stattfindet wo ich nächstes Jahr - genauso wie dieses Jahr -  schwerpunktmäßig fliegen will.

 

25.10.13 21:54, kommentieren

1000km mit dem OLC-Discus

In den Flügeln waren wie fast immer 60l Wasser, die nach meinem Empfinden ideal für fast jedes Wetter sind, außer für extrem schwaches und extrem starkes, ideal also um den ganzen Tag ohne ablassen fliegen zu können. Ausklinken wollte ich eigentlich in genau 1000m, um dann über der Basis abzufliegen. In tausend Metern war die Basis um dreiviertel 10 aber noch nicht erreicht und so kurbelte ich ganz lässig den ersten Bart mit über 1,5m auf 1900m NN. Man könnte jetzt sagen der Start war zu spät, was er um 15-20 Minuten auch definitiv war, allerdings war der Abflug denkbar einfach und stressfrei, was für einen anstehenden langen Flug nicht ganz unwichtig ist. Der Plan war erstmal, den ersten Schenkel so lang wie irgendwie möglich zu fliegen, um abends noch möglichst viele Optionen zu haben. Es ging wirklich sehr unkompliziert über Donaueschingen in den Schwarzwald, wo ich einige Kilometer östlich von Kirchzarten meine erste Wende setzen konnte. Um 10:50 Uhr standen somit die ersten 117km auf dem Zähler, besser geht`s eigentlich nicht. Ich überschlug im Kopf, dass es optimal wäre, mit dem zweiten Schenkel die 400km vollzumachen, um den eventuell von Osten anziehenden Schauern abends Paroli bieten zu können. Die Wende musste somit ein gutes Stück östlich Eichstätt liegen, dann würde der Plan aufgehen. Die westliche Alb war dann wieder ganz passabel, doch ab Höhe Oppingen wurde das Steigen merkbar schlechter und die Basis sank um fast 300m. Die Überlegungen an dieser Stelle gingen schon soweit, dass ich fast umdrehen wollte, doch das wäre der hundertprozentige Killer für die 1000km gewesen. Ich war ständig am kopfrechnen, ob ich noch im Zeitplan liegen würde und kam zu dem Schluss, dass auch bei einer Verschlechterung des Schnitts, der bis dahin bei ca. 106km/h lag, eine erfolgreiche Bewältigung des 1000ers drin sein müsste. Es ging also weiter in den Osten, wo riesengroße schwarze Wolken und kleine unstrukturierte Fetzchen sich die Hand gaben. Fast planmäßig wendete ich hinter Eichstätt kurz vor dem alten Gredinger Platz, obwohl es noch weiter gegangen wäre, doch ich bin zu langsam geworden und wollte lieber wieder auf die bessere Alb. Der 280 Kilometer lange Schenkel bis knapp hinter den Feldberg war dann analog zum Hinflug: Eher mäßig bis Höhe Oppingen, dann wieder einwandfrei und unkompliziert. Der Rückenwind half, wodurch ich mit einem 116er Schnitt um 15:53 Lokalzeit mit knapp 660 geflogenen Kilometern wenden konnte. Dann machte es „PIEP PIEP“...... „PIEP“ - Logger aus. Mist! Bei dem verpassten 1000er-Tag in Reinsdorf am 23.05. gab es das fest gleiche Problem, und ich dachte ich hätte es gelöst. Das Fliegen war jetzt irgendwie zur Nebensache geworden. Keine Navigationsdaten, keine Dokumentation des Fluges... Die Navigation sollte kein Problem sein, denn auf der Alb kenne ich mich blind aus, ein nicht dokumentiertes 1000er wäre quasi wertlos. Dass das Flarm mitloggt fiel mir dann wieder ein, doch ich versuchte den Zander-Logger zu reanimieren, indem ich den Hauptschalter kurz ausschaltete, was sich am Abend dann als ziemlich dumme Idee herausstellte. Geflogen bin ich während der ganzen Probiererei einfach wieder Richtung Alb. Ich ließ viele Bärte aus, war mit den Gedanken einfach woanders und fand mich in 250m über dem Klippeneck wieder. Zum Glück schaltete ich dann ganz schnell wieder auf höchste Konzentration um und fand an der Albkante an den steinigen, vom Wind angeblasenen Felsen wieder einen 2,5er Bart, den ich bis ganz oben ausnutzte, um wieder vollends zu entspannen und mich zu besinnen, um was es eigentlich gerade ging. Bis Bad Ditzenbach war alles OK und ich war wieder voll da, ab dann nahm der Bedeckungsgrad aber stark ab und ich musste über Aalen ausholen, um die Wolken anfliegen zu können, die gutes Steigen versprachen. Bei Aalen konnte ich dann nach der Durststrecke wieder knapp 2m auf eine angenehme Höhe mitnehmen, man spürte allerdings schon deutlich, dass die Thermik um mittlerweile 18:00 Uhr zu schwächeln begann. Die Taktik war ab diesem Bart jetzt auf den „Abendmodus“ umgepolt, also immer hoch bleiben, auch wenn dafür mal ein schwacher Bart nötig war. Südlich der Rauhen Wanne gab es eine riesengroße Wolke, die beinahe abzuregnen schien, doch hier konnte ich nochmal 400m mitnehmen. Beim nächsten Gleitstück nach Monheim versuchte ich wirklich alle Fetzen anzufliegen, die erreichbar waren, doch so wirklich ging es nirgends mehr. Über dem steinigen Boden bei Monheim kam dann aber doch nochmal ein knapper 0,8er Bart, den ich bis 1700 Meter NN ausnutzen konnte. Ich malte mir keine allzugroßen Chancen mehr aus, wieder nach Münsingen zurückzukommen und spielte schon mit dem Gedanken, eventuell am Stillberghof zu landen, wenn die Luft in nächsten Gleitstück tot gewesen wäre. Die letzte kleine Wolke von der ich mir Steigen erwartete, stand direkt über der Rauhen Wanne, wo ich in 1300m um 19:15 ankam. Ich war verwundert, dass hier noch Steigen zu finden war, denn die Wolke sah aus wie ein Altocumulus, doch hier gab es nochmal einen passablen Meter bis auf 2000m NN, wo ich auch mein Wasser rausschmiss, um hier wirklich alles rauszuholen. Die Entscheidung nach Münsingen weiterzufliegen war jetzt gefallen und ich flog auf Heidenheim zu, da ich geplant hatte von der Alb nach Norden herunterzufliegen, um die Strecke durch den niedrigeren Grund verlängern zu können. Wie so oft stand an der Schäfhalde der letzte kleine Fetzen, der mir wie durch ein Wunder um dreiviertel 8 nochmal kurbelbares Steigen über fast 500m schenkte. Als der Bart zu ende war und die Wolke sich aufgelöst hatte, stellte ich im Seeyou die Hahnweide als nächsten Flugplatz ein und war verwundert, dass ich dort in 150m ankommen sollte. Der Plan war, über der Hahnweide den Motor zu werfen, um dann die wenigen Kilometer auf die Alb nach Münsingen mit dem Motor zu bewältigen. Mit tragenden Linien schaffte ich es dann noch kurz vor den Rossfeldhang und zündete über dem einzig landbaren Feld den Motor. In den Albtälern hing schon der Nebel - ein Bild für Götter! Insgeheim habe ich natürlich gehofft, die 1000 geknackt zu haben - im Kopf überschlug ich dass es ganz knapp gereicht haben sollte. Da der PDA die Optimierung durch den Neustart und das umstellen der GPS-Quelle aufs interne PDA-GPS verloren hatte, wusste ich es natürlich nicht. Um kurz nach halb 9 setzte ich in Münsingen auf und Oli kam mit Joachim im Schlepptau an den Flieger. Bevor wir irgendetwas anderes machten, holten wir die SD-Karte aus dem Flarm und steckten sie in den PC zum auslesen. Dann kam der zweite Schock des Tages - der Flug war nur halb aufgezeichnet. Wir versuchten alles mögliche, suchten eine eventuelle zweite Datei auf der Karte und wurden leider nicht fündig. Ich war am Boden zerstört, denn ich war mittlerweile fest davon ausgegangen, dass das Flarm nach der Stromunterbrechung nicht weiter aufzeichnete. „Komm wir gehen jetzt nochmal zum Flieger und stecken die SD-Karte ins Flarm, vielleicht schreibt das Flarm ja nochmal alle Dateien neu drauf“ sagte Oli dann. Ich glaubte nicht so recht dran, doch den Versuch war es noch wert. Als die Karte dann drin war, fing das Flarm nochmal an zu schreiben und war nach einem Durchgang fertig. Also Karte nochmal in den PC – die Datei des Fluges war doppelt so groß geworden – und im Seeyou sah man dann den kompletten Flugweg. Ich war so UNGLAUBLICH froh das zu sehen! Spannend war es dann bis zum Upload in den OLC noch, doch nach über zehnmaliger Aktualisierung stand die magische Zahl über dem Flugweg: 1034 km. Ein lauter Brüller ging durch das Münsinger Vereinsheim, ich hatte das geschafft was ich mir für dieses Jahr so sehr gewünscht hatte. Über das Grillen und Flugzeug-Abbauen möchte ich jetzt nicht viele Worte verlieren, sondern noch ein paar Statements abgeben, die im Zusammenhang mit dem Flug noch erwähnenswert sind:


-Auch wenn viele Neider und „Fliegergötter“ immer behaupten, ein echtes Tausender hätte nur vier Schenkel: Für mich ist auch das ein echtes Tausender. Nach alten wie neuen OLC-Regeln sind das 1000km auf 6 (bei mir 5) Schenkeln, was soll daran also unecht sein?


-Ja, ein Jojo ist sicher nicht so einfallsreich wie ein Dreieck und ich fliege auch lieber Dreiecke, aber wer würde die Möglichkeit des großen Fluges nicht wahrnehmen, wenn das beste Wetter eben so liegt, dass man diese Form des Fluges wählt? Ich würde es jederzeit wieder so machen.


-Ohne Motor hätte ich den Flug exakt genauso gemacht, abends hätte der Flug dann auf der Hahnweide geendet. Für so einen Flug würde ich auch ein paar Kilometer Rückholtour absolut in Kauf nehmen.


-Die Technik ist manchmal verflucht, deshalb ist es wirklich wichtig, alle relevanten Systeme redundant an Bord zu haben, sonst hat man vielleicht mal Pech... Man hat an diesem Flug und auch am 23.05. In Reinsdorf gesehen, dass man ziemlich viel Pech auf einmal haben kann.


-Das absolut wichtigste für erfolgreiches Fliegen ist für mich die Vorbereitung des Materials möglichst am Vortag. In Münsingen haben wir die Flieger direkt mit Wasser betankt in Bezügen am Vorabend an den Start gestellt, um in der Früh absolut entspannen zu können. Am Stillberghof mache ich das fast immer genauso um sicherzustellen, dass ich ausgeschlafen fliegen kann und in der Früh keine Probleme mehr auftreten. Auf die Stunde Stress in der Früh beim aufbauen will ich möglichst immer verzichten. Für den Cirrus gibt`s auf jeden Fall im Winter auch Clouddancers oder Jaxidas!

 

Hier der Link zum Flug:

http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=3024275

Fotos hab ich übrigens diesmal keine gemacht, irgendwie wollte ich mich voll aufs fliegen konzentrieren.

3 Kommentare 22.7.13 15:07, kommentieren

Ausflug nach Münsingen

Nachdem es in ganz Bayern so dermaßen viel geregnet hat, überlegte ich mir am Ende der Regenperiode, wie man das hoffentlich gute Wetter im Anschluss bestmöglich nutzen könnte.

Der Stillberghof war nicht befliegbar und nach Norddeutschland wollte ich nicht fahren, also kam mir die Idee auf die Alb zu fahren, wo es weniger geregnet hatte und wo der Regen dem steinigen Boden nicht so viel anhaben konnte. Montagabend mailte ich mit Oli Schwenk, der mir mitteilte, dass er die kommenden drei Tage in Münsingen Flugbetrieb organisiert hat. Ich wollte nochmal eine Nacht drüber schlafen, denn die Wetterberichte waren sich noch uneinig. Als ich am Dienstagmorgen um halb 8 nochmal ins Wetter schaute, war der Entschluss fest, auf den Eisberg zu fahren, denn es zeichneten sich 3 mäßige bis gute Tage ab. Um halb 9 war ich mit meinem Gespann unterwegs und um kurz vor 12 in Münsingen bereits in der Luft. Danke an Heiko und Oli für die Hilfe. Der Tag war schwierig, denn die Wassermassen in den Böden brachten nur sehr schwache Bärte hervor. Im Endeffekt war der Tag aber lohnenswert, denn ich wollte eh mal etwas mit den 15m-Ohren, die ich bisher nur einmal in Frankreich montiert hatte und auf den anstehenden Wettbewerben nutzen werde, im schwachen Wetter trainieren.


http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=3016215


Für den Mittwoch meldete ich eine 609km große Aufgabe an, die ich ebenso mit 15m flog.

Das Wetter war wieder sehr anspruchsvoll und die Aufgabe genau richtig dimensioniert.

Ich will garnicht viele Worte darüber verlieren, ich denke man sieht an dem Flug ganz gut, dass Schwarwald und Odenwald anspruchsvoll waren und die schwierig zu findende Thermik viele krasse Umwege forderte.


http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=3018751


Am Abend noch wurden die 15m-Ohren dann im Hänger verstaut und die 18m kamen wieder ran, denn der Wetterbericht war für den Donnerstag sehr optimistisch. Recht viel mehr als Bezügen auf den Flieger packen und essen haben wir dann abends auch nicht mehr geschafft. Um 10 war das Licht aus und um 7 ging es wieder an, als Oli mich aufweckte. Die Flieger waren zum Glück schon betankt in Bezügen am Start und so konnten wir entspannt Frühstücken und auf den Flugplatz fahren. Ich habe noch mit dem Gedanken gespielt, eine Aufgabe auszuschreiben, aber mein Fokus lag natürlich erstmal auf dem 1000er, das an diesem Tag im freien Flug leichter und sicherer erschien, denn für die östlichen Mittelgebirge war schon früh Regen vorhergesagt.

Um 09:36 hob ich ab und um 20:33 rollte das Rad auf dem Eisberg wieder.

Was dazwischen passierte kann man im OLC sehen, ich werde die Tage auch nochmal etwas ausführlicher darüber berichten.


http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=3024275


Jedenfalls konnte ich mein in der Früh gestecktes Ziel erreichen

9.6.13 16:18, kommentieren

Unerwartetes Wetter am 08.05.13

Als ich etwas zu spät gegen neun Uhr am Stillberghof ankam war ich richtig verwundert wieviele Leute zum Fliegen gekommen sind. Mit sieben Maschinen an einem ganz normalen Wochentag hätte ich nicht gerechnet, anscheinend trägt mein Wochentags-Mailverteiler Früchte. Mein Discus war schnell zusammengesteckt und mit 60l Wasser befüllt und so konnte ich mich direkt hinter Thomas und vor Mario zum Start einreihen. Um 10:58 waren wir frei und ich klinkte nach einer Schleife zurück zum Platz direkt aus, um mit dem Turbo Richtung Monheim zu fliegen, wo die erste unstrukturierte Wolke stand. Erstaunlicherweise ging es gleich mit über 2m auf knapp 1500m NN und so konnte ich direkt abfliegen. Die Wahl der Route war erstmal nicht einfach, denn über das Ries nach Westen sah es am schönsten aus, allerdings führte kein Weg am Ries vorbei. So kam es, dass ich nach dem nächsten Bart in Wemding einfach durchs Ries durchgeflogen bin, was natürlich trotz guter Wolkenoptik wie fast immer eine thermische Katastrophe war. Am westlichen Riesrand hangelte ich mich dann die Waldbuckel entlang, bis endlich wieder ein vernünftiger und halbwegs runder Bart einen entspannten Weiterflug ermöglichte. Kurz vor der Albkante bei Aalen entschloss ich mich, heute einfach mal den Steigerwald zu probieren und wendete um kurz vor 12 nach einem eher langsamen und umwegreichen ersten Schenkel. An der Steigerwaldkante musste ich noch einmal kurz suchen, ab dann ging es aber wirklich schnell weiter nach Norden. Das hochexplosive Wetter am Thüringer Wald war schon von weitem zu sehen, doch ich entschloss mich einfach so weit nach Norden / Nordosten zu fliegen, bis die Wettergrenze erreicht war. Dank Transponder konnte ich die schönsten Wolken in der TMZ bis oben hin ausnutzen und wendete dann westlich Coburg an der Luftmassengrenze, wo die Basis schlagartig um 2-300m nach Nordosten hin abfiel. Der Rückweg lief nahezu auf der gleichen Linie ab, doch wegen des Gegenwindes musste ich öfters kurbeln und war insgesamt einfach langsamer unterwegs. Im Funk wurde zu der Zeit relativ viel über schlechte und unzentrierbare Bärte gejammert, doch ich hatte damit erstaunlicherweise relativ wenig Probleme. Das lag einerseits daran, dass ich die schwierigen Bärte nach kurzem antesten einfach liegen lies, andererseits aber sicher auch daran, dass ich durch das eher schwache Wetter die letzten Wochen relativ geschickt und routiniert mit schwierigen Bärten umgehen kann und ich mir ein gutes Gespür fürs nachzentrieren in achteckigen Aufwinden angeeignet habe. Die Linie über Aalen und Heidenheim nach Süden war dann wieder einfach genial. Ohne viel Zeit durch kurbeln zu verlieren flog ich bis kurz hinter Gerstetten und wendete um kurz nach halb 4, um noch zwei Schenkel auf der optisch schönen Alb zu fliegen. Meine Optimierung im Seeyou hat leider gesponnen, doch ich überschlug im Kopf, dass bei einer Wende am Klippeneck die 700km voll sein müssten. Beim Blick auf die Uhr musste ich etwas zweifeln, denn die Wetterberichte hatten das frühe Thermikende durch die Abschirmung der Warmfront gegen 17:30 versprochen. Ich flog dann allerdings unbeirrt weiter, denn die Optik war gut und mit 18m bin ich als Clubklassepilot eh immer optimistisch unterwegs. Als ich an Laichingen vorbei Richtung Münsingen flog, überkamen mich schon erste Zweifel, denn ca. 15 Flugzeuge kurbelten in 6-800m über Grund und fanden nicht einen runden und schönen Bart. Nach längerem Absuchen und langsamem Vorfliegen fand ich zusammen mit einer DG 400 einen akzeptablen Bart bis an die Basis und wendete hinterm Klippeneck in 2300m NN. Beim Heimflug lief bis Oppingen einwandfrei, denn der Rückenwind unterstützte mich ganz gut, allerdings zerfielen dann nach und nach alle Wolken und ich glitt fast 1000m ohne eine Luftbewegung ab. Sämtliche angeflogenen Wolken gingen garnicht und ich überlegte mir schon die beste Strategie für einen optimalen Turbostart. Kurz vor Gerstetten bildete sich dann eine ganz kleine Fluse, die ich dann mit 0,5-0,8m mühsam ausfliegen konnte. In dem Bart ging dann auch der Wasserhahn auf, denn schnelleres Steigen war jetzt wichtiger geworden als Kilometerfressen. Bei 1900m NN war dann Schluss, allerdings konnte ich beobachten, wie 2 schöne Wolken auf Kurs über die letzten Minuten ganz standhaft an der selben Stelle standen ohne sich aufzulösen. Dass diese Wolken dann auch nochmal gut gingen war mein Glück, denn so konnte ich meine Strecke über Monheim, wo ich in der früh hingerattelt war, sicher schließen und im Gleitflug zum Stillberg heimkommen. An den Steinbrücken nordöstlich Monheim gab es noch einen kleinen Fetzen, der allerdings in meiner Höhe nurnoch einen Nullschieber abgab, und so drehte in mit 400m plus Richtung Stillberghof, wo ich dann die letzten 18km in nachezu toter Luft abgleiten konnte. Nach zwei langsamen Kreisen in der Abendsonne über dem Stillberg drehte ich zur Landung auf die 27 ein und freute mich über den super Flug. Die Auswertung am PC zeigte 741km, was für mich absolut unerwartet war, denn das Wetter schien in der Früh den Wetterberichten zu Folge wesentlich schlechter zu werden. Nach nun über 100h in der OLC mit wirklich sehr schlechtem Wetter bin ich gespannt wie es weitergeht. In der Hoffnung dass das Wetter endlich mal richtig gut wird plane ich schon die nächsten Flüge und Unternehmungen mit diesem Wahnsinns Flugzeug.

 

Hier der Link zum Flug:

http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=2957144 

13.5.13 13:56, kommentieren

Stillberghof-Fliegerei

So Freunde...

Nach längerer Pause mal wieder ein Update. Die vergangenen zwei Wochen habe ich das Wetter hier am Stillberg schön ausgenutzt und bin immer geflogen, wann es möglich war. 

Unter anderem aus diesem Grund war hier im Blog längere Zeit Ruhe, das liegt aber auch daran, dass ich nicht jeden 3-500km Flug detailliert beschreiben kann, dazu fehlt im Moment einfach die Zeit.

Ab morgen beginnt unser D-Kader Trainingslager in Eichstätt, worauf ich mich schon richtig freue.

Ihr werdet demnächst wieder mehr von mir hören. Die Tage werden jetzt richtig lang und zusammen mit der richtigen Luftmasse erhoffe ich mir schöne, lange und weite Flüge, über die ich dann hier wieder detailgenau berichten werde.

Bis bald, hier oder in der Luft!

2 Kommentare 25.4.13 22:50, kommentieren

Schöne Flüge und Ende des Frankreichaufenthalts

Gestern sind wir nochmal schön geflogen und endlich mal etwas in den Norden bis hinter Bardonecchia gekommen. Die Steigwerte nördlich des Guillaume waren einfach nur der Hammer....

Mittlerweile bin ich hier ca 45h (7 Starts) geflogen und würde gerne weiter machen, doch das Wetter ist bis auf einzelne Zwischenhoch-Lagen schlicht und ergreifend schlecht, deshalb geht es morgen nach Hause.

Am Stillberghof ist es wie fast überall in Deutschland: Der Platz ist nass und nicht befliegbar. Das wird auf jeden Fall eine Herausforderung auf verschiedenen Asphaltplätzen in die Luft zu kommen, wenn Flugwetter ist. Eventuell fahre ich auch in trockene und schneefreie Gegenden, Falls sich das aus wettertechnischer Sicht so ergeben sollte.

 

Übrigens: Aus verschiedenen Gründen habe ich nicht alle Flüge aus Frankreich in den OLC hochgeladen, das wird sich aber in Deutschland ändern.

Bis dann!

4.4.13 13:15, kommentieren

Morgen Mistral

Mittwoch war wetterbedingt der letzte Flugtag. Das war sehr gut, denn ich konnte endlich mal richtig in die Saison finden und etwas über 500km fliegen. Heute wäre ein schwacher Flugtag möglich gewesen, doch ich bin wegen einer Erkältung nicht geflogen und habe den Tag zum auskurieren genutzt. Morgen ist Mistral angesagt und wir wollen einen Frühstart versuchen. Ich will gegen 7:30 starten und sehen was mich dann erwartet. Bis dann!

30.3.13 21:36, kommentieren

Erste Tage in Vinon

Die ersten Tage in Vinon liefen bisher recht durchwachsen. Samstag und Sonntag waren sehr verregnet und absolut nicht fliegbar. Montag sah es in der früh zunächst auch nicht besser aus, allerdings entwickelte sich das Wetter dann recht schnell und wir konnten am frühen Nachmittag noch starten. Das Wetter war eher schwach und so war mein Tagesziel, die Wellen in der Gegend etwas zu erfliegen, da ich auf diesem Gebiet noch realtiv unerfahren bin. An den Rotoren des Lure bei NW-Wind bin ich beim ersten Anlauf gescheitert, beim zweiten Versuch hat es dann geklappt und ich konnte auf FL 115 steigen. Es ging dann direkt nach Norden, wo ich über Umwege an den Pic de Bure flog, dessen Rotoren auch eine gute Welle versprachen. Allerdings konnte ich nicht ins wirklich laminare Steigen vordringen, denn die Welle hat sehr stark pulsiert und gab kein gleichmäßiges Steigen ab. Nach wildem Tanz flog ich wieder nach Süden aufs Plateau de Valensole, wo eine kleine Wolkenstraße nochmal einen kleinen Ritt nach Norden ermöglichte. Allzuviele Kliometer gab das nicht, allerdings kenne ich mich jetzt deutlich besser in der Wellenfliegerei hier aus.

Am gestrigen Dienstag war wieder recht gutes Wetter, wo ich endlich mal wieder in die Berge im Relief fliegen konnte. Anfangs lief es extrem gut und ich kam schnell nach Norden, allerdings lag die Basis mit 2200m so tief, dass man kaum Handlungsspielraum hatte. Eine fatale Fehlentscheidung hat dazu geführt, dass ich am Guillaume abgeprallt bin und in Les Crots am Lac den Motor ziehen musste... Das war erstmal nicht schlimm, denn ich bin sehr früh gestartet und der Großteil des Tages lag noch vor mir, allerdings ist es mit der Motivation dann erstmal dahin.... Ich habe dann anschließend das Gas etwas rausgenommen und habe den verpatzten Tag dazu genutzt, wenigstens noch viele Stunden in der Luft zu verbringen. So bin ich einmal Quer durch die Berge nach Süden geflogen, um dann über Seyne im großen Bogen nach Gap und dann an den Pic de Bure zu gelangen, wo ich in eine Welle einsteigen konnte. Das gab dann doch noch ein Highlight, denn ich konnte auf 5000m steigen und bis kurz vor Sunset eine traumhafte Optik über den südfranzösischen Alpen genießen.

 

Heute gibt es wohl den letzten Flugtag vor dem nächsten Frontdurchgang, der wieder für warscheinlich 3 Tage alles lahmlegt. Das Wetter wird wohl ähnlich wie gestern und ich bin gespannt was der Tag so bringt. 

27.3.13 09:24, kommentieren

Südfrankreich

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kam ich um halb 3 nach langer Fahrt in Vinon an. Nachdem im Briefing Freitag morgen davon die Sprache war, dass der heutige Tag die letzte Flugchance für die nächsten Tage bietet, habe ich den Discus noch aufgerüstet und bin noch etwas geflogen. Das Wetter war sehr schwach und ich bin im niedrigen Relief des Durancetals die Hänge abgeflogen, denn thermisch war nicht viel zu holen. Die kleine Eingewöhnungsrunde tat ganz gut, denn am heutigen Sonntag sitzen wir im Dauerregen im Vereinsheim des AAVA und hängen ab. Morgen besteht eine kleine Chance aufs Fliegen, aber nicht das Wetter wird hier das große Thema sein, sondern die Piste, auf der im Moment 15cm Wasser stehen. Die Franzosen sagen, dass sie seit vielen Jahren nicht mehr so viel Regen und Schnee gesehen haben, wodurch einerseits die Thermikentwicklung in den Bergen verhindert und andererseits der Flugplatz schwierig befliegbar wird, denn in Vinon gibt es wenig Asphaltflächen zum aufrüsten. Ich hoffe dass ich bald wieder was spannendes über meine Flüge schreiben kann.... bis dahin!

24.3.13 15:34, kommentieren

Flugzeugübergabe und Saisonplanung

Letzte Woche Samstag war es endlich soweit: Ich konnte den Discus bei Schempp-Hirth in Empfang nehmen. Das war ein super Event, ich konnte einige nette Gespräche führen und natürlich das heiß ersehnte Flugzeug mit nach Hause nehmen. Was für ein Gerät!!!

Im Moment bringe ich noch mein Pflichtpraktikum hinter mich, das heißt jeden Tag um 5 aufstehen und relativ spät nach Hause kommen, das ist allerdings zu verschmerzen wenn man eine so spannende Saison vor sich hat.

Die geht für mich am 20. März los, da werde ich nämlich nach Vinon fahren und die Saison in den südfranzösischen Bergen beginnen.

Ab dann wird wieder mehr Zeit sein den Blog zu pflegen und Beiträge zu schreiben, im Moment komme ich neben schlafen, Praktikum und schlafen einfach zu nichts, die wenige Zeit die ich habe wird genutzt um das Flugzeug fertig zu machen und Organisatorische Dinge zu erledigen.

Bis dann!

26.2.13 22:23, kommentieren