OLC-Discus

Das warten hat ein Ende - vorgestern Abend bekam ich von Reiner Rose die Mitteilung, dass ich 2013 den Discus 2ct nutzen darf, der über die OLC Juniorchallenge vergeben und von Wilfried Großkinsky zur Verfügung gestellt wird. Damit geht wirklich ein Traum in Erfüllung, wann hat ein Junior schon mal die Gelegenheit so eine Maschine ein Jahr lang zu fliegen...

Begonnen hatte meine Spekulation um dieses Flugzeug schon vor über einem Jahr, als ich OLC-Förderer wurde und mich anschließend eingelesen habe, dass in Verbindung mit der OLC-Föderung die Möglichkeit besteht, in der Juniorchallenge mitzuspielen. Das war zu dieser Zeit natürlich erstmal nur Wunschdenken.

Mit dem Kauf des eigenen Std. Cirrus begann dann die Planung der großen Strecken, vor allem FAI-Dreiecke haben es mir immer angetan und so war schnell der Plan gereift, den Focus 2012 auf große (nicht zwangsläufig ausgeschriebene) Dreiecke zu richten. Wie ihr weiter unten nachlesen könnt, wo ich über alle 3 Dreiecke berichtet habe, die mir die Platzierung in der Juniorchallenge ermöglicht haben, haben mir die glücklichen Umstände des Wetters, der Freizeit und der guten Vorbereitung dazu verholfen, dass ich mein Ziel gleich im Mai erfüllen konnte.

Die Juniorchallenge war quasi im Mai schon entschieden und damit begann auch der Poker, wer den OLC-Discus denn nutzen dürfe.

Schlussendlich bin ich überglücklich und freue mich auf die Saison 2013. Es wird ein interessantes Jahr mit vielen Flügen, verschiedenen Stationen und mit Sicherheit viel Erfahrungszuwachs.

Am 26. Januar ist Übergabe auf der Dahlemer Binz und Mitte März beginnt meine Saison. Ich werde hier über die Flüge und im OLC-Magazin warscheinlich über einzelne Erfolge und Stationen berichten und Bilder in mein Picasaalbum hochladen.

 

19.12.12 14:37, kommentieren

Winter

Fliegerisch ist nicht mehr viel los. Der Cirrus steht am Stillberghof im Hänger und wartet drauf gepflegt zu werden. Einige Arbeiten habe ich im Herbst schon erledigt, unter anderem einige Gestänge neu grundiert und lackiert. Weiterhin habe ich ein neues Instrumentenbrett erstellt, das alte Westerboervario gegen einen Zanderrechner samt Logger getauscht und ein Butterflydisplay fürs Flarm ergänzt. Im Moment lackiere ich die Sitzschale neu und in der vorlesungsfreien Zeit um Weihnachten kommen die Mückenputzer dran, die schon im Keller liegen. Man sieht, es ist immer viel zu tun, doch ich freue mich schon auf kommende Saison, wo ich mit einem super Flugzeug wieder große Strecken und viele Stunden fliegen kann.

Die nächste Baustelle ist mein Hänger, der an viele Stellen überholt werden muss. Das habe ich jetzt aus diversen Gründen immer vor mir hergeschoben, doch spätestens im Februar muss er dran glauben und kriegt neue Flächenwägen, eine neue Lackierung, eine Deichsel- und Achsenüberholung und evtl einen neuen Holzboden. 

Mitte März geht für mich die Saison dann wieder los, nachdem das Wintersemester samt Praktikum abgeschlossen ist kann ich beinahe den ganzen Sommer fliegen. Das wird warscheinlich und hoffentlich das fliegerisch intensivste Jahr der letzten und nächsten Jahre werden.

Wenn ich es mal schaffe ein Picasaalbum zu erstellen gibt`s hier ein paar Bilder. edit: Hier der link zum Album. Das füllt sich dann wohl etwas mehr sobald die Saison wieder losgeht. https://picasaweb.google.com/106996194817346048066

25.11.12 20:31, kommentieren

Genuatief macht uns das Fliegen schwer

Die Zeit vergeht in Frankreich wie im Fluge - und trotzdem mussten wir die letzten Tage leider auf dem Boden bleiben. Ein Genuatief hat sich ziemlich hartnäckig festgefahren und sorgte in der vergangenen Woche für weitgehend unfliegbare Tage. Allerdings tat sich am Montag ein kleines Wetterfenster auf und ich hatte die Gelegenheit, einen schönen Flug mit dem Bayernarcus "BY" zu machen. Ich bin jetzt schon ein paar mal mit dem Arcus geflogen, doch ich bin jedes mal aufs neue überzeugt wie schön sich das Flugzeug fliegt. Das Wetterfenster war sehr klein aber wir konnten trotzdem am Morgon vorbei und einmal ins Barcelonette-Tal, wovon ich in der früh noch garnicht ausgegagangen war. Die Landung erfolgte dann in 5km Entfernung zu einem großen Regenschauer und wir beeilten uns, die 4 Flugzeuge in die Hänger zu bringen. Schlussendlich gabs ganz knapp keinen Regen - eine nette Highspeed-Abbbauübung war`s dann trotzdem. Samstag geht`s wieder heim. Die Flugausbeute war für Frankreich eher mäßig, bisher hatte ich aber schöne Erlebnisse und viel neues gelernt.

5.9.12 11:17, kommentieren

Südwelle, Frontdurchgang, Mistral und Ausflug

Die letzten Tage war es sehr durchwachsen. Am Freitag gab es Südwind, Tim und ich haben uns recht spät zum Start entschieden. Wir sind recht gut nach Norden gekommen und wollten uns mal die Gegend um Gap anzusehen. In der Luft hatten wir Windanzeigen von über 40 km/h aus Süd und wir sinnierten im Funk darüber, ob der Lure bei dem Wind eine Welle im Norden wirft. ich bin dann direkt in 200-300m über Grad ins Lee geflogen und habe nach kurzer Sucherei und starkem Sinken von über -6m/s eine Welle gefunden, die ich bis knapp FL 115 ausgeflogen habe. Wir sind dann weiter nach Norden geflogen, haben die Sekundärwelle vom Lure mitgenommen und sind dann erstmal abgeprallt, da wir beide nicht wirklich wussten welche Berge noch laminares Steigen bieten. Wir sind dann wieder gegen den Wind thermisch zum Lure zurück und ich habe über eine Stunde in Rotoren unter Grad gekurbelt, bis ich wieder Anschluss hatte und heimfliegen konnte. Das war zwar harte Arbeit, allerdings sehr lehrreich und auch spannend. Gestern war es nicht fliegbar, da ausnahmsweise eine Front durchging die hier mal kräftig durchgewaschen hat. Um 19 Uhr hab ich mich dann ins Auto gesetzt und zu meinen Freunden und Vereinskollegen nach Pui gefahren. Bei kalten Getränken am Abend gabs viel zu plaudern und lachen. Die Nacht habe ich dann in Pui in meinem Bulli verbracht und morgens haben Arne, Krümel und ich uns mal Richtung Marcoux aufgemacht, um das dortige Außenlandefeld im Flussbett zu besichtigen, was sehr interessant und aufschlussreich war. Da das Feld sehr eng und der Anflug nicht frei ist, lohnt sich ein Ausflug dorthin wirklich für jeden, der das Feld als Landeoption in Betracht zieht.

26.8.12 21:41, kommentieren

Erste Tage in Vinon

Seit Mittwoch nun bin ich in Vinon. Die Anfahrt war mit 13h incl 30 min Pause recht entspannt und ich bin um kurz vor 22 Uhr angekommen. Donnerstag bis Samstag bin ich auch gleich geflogen und konnte schon super schöne und lehrreiche Flüge machen. Heute ist erstmal Pause angesagt, da ich etwas runterkommen und entspannen will und die lange Fahrt und die Flüge doch etwas  anstrengend waren. Zudem ist es hier in Vinon unerträglich heiß, wir hatten am frühen Nachmittag bis zu 41°. Da man es in der Sonne nicht ausgehalten hat, haben wir die Maison Blanche etwas aufgeräumt und kleinere Reparaturen durchgeführt. Tim, Uli und Co sind gerade in der Luft und haben mit Sicherheit spannende Flüge, denn in den Bergen hat sich ein riesiger Cb gebildet, der das Wetter ordentlich beeinflussen wird. Die nächsten Tage wird das Wetter warscheinlich etwas schlechter, allerdings mit Sicherheit fliegbar. Das Alternartivprogramm hier ist zudem auchnicht arg schlimm, am Pool lässt es sich schon aushalten :-). Am Flugplatz hier ist wirklich sehr viel los, wenn abends alle Maschinen gelandet sind ist an den Hängern wirklich jeder Abstellplatz der aufgebauten Flugzeuge belegt. Die im OLC eingereichten Flüge sind hier kein Maßstab, da geschätzt nur 1/4 der Leute hier für den OLC werten. Die nächsten tage lade ich dann mal ein paar Bilder hoch...

1 Kommentar 19.8.12 17:35, kommentieren

Wasserkuppe und retour (22.07.2012)

Nach langer Schlechtwetterphase im Juli verspricht der 22. endlich mal wieder brauchbares Flugwetter statt Dauerregen und Gewitter. Ich bin am Vortag auf die Geburtstagsfeier eines Freundes geradelt und will um spätestens 1 Uhr wieder zu Hause sein, denn entweder ich lerne für die letzten Prüfungen oder gehe fliegen. Als ich dann um halb 1 querfeldein Richtung Ingolstadt fahre, merke ich wie kalt die Luft und wie klar der Sternenhimmel ist. Die Entscheidung für den Flugtag fällt mir damit recht leicht und ich stehe zeitig auf und schaue gegen 7 in der früh nochmal ins Wetter, was mich recht positiv stimmt. Um kurz vor 9 bin ich am Flugplatz und rüste den Cirrus auf, allerdings habe ich noch eine kleine Wartungsarbeit an der Bremse zu erledigen, was mich über eine Stunde Zeit kostet. Das Wetter über dem Stillberg zeigt sich (noch) nicht von seiner besten Seite, die Basis ist recht tief und der Himmel mit 7/8 bedeckt. Um halb 12 Schieben wir alle an den Start und ich bin kurz nach Thomas Köcher um 12:05 lokal in der Luft. Anfangs orientiere ich mich bei Steigwerten bis 1,5m/s nach Westen Richtung Alb und fliege mit Andy Gesell ein lockeres Infoteam, doch unsere Wege trennen sich bald, denn ich fasse recht schnell den Plan nach Norden zu fliegen und Andy will noch ein Stück auf die Alb. Ich wende um 13 Uhr lokal zwischen der Schäfhalde und Bartholomäe und versuche fliege auf direktem Nordkurs weiter. Der bisher miserable Schnitt ist der Tatsache geschuldet, dass die Konturen der Cummuli teils recht schwer zu deuten sind und größere Abschattungsgebiete durchflogen werden müssen. Ich passiere nun Rothenburg ob der Tauber und komme recht konstant mit zuverlässigen Bärten voran, der 15km/h starke Nordwind lässt mich allerdings nur mit einem 70er Schnitt vorankommen. An Rothenburg vorbei muss ich wieder ein recht großes Abschattungsgebiet passieren und bin danach etwas tiefer als sonst, kann aber dadurch erkennen dass es Richtung Rhön sehr gut entwickelt aussieht. Ich fasse hier den Plan eine Zielrückstrecke um die Wasserkuppe zu fliegen und etwaige Dreieckspläne zu verwerfen, worauf ich ausnahmsweise auch keine Lust hatte. Zur Wasserkuppe wollte ich schon länger mal fliegen und dementsprechend motiviert geht es weiter. Die letzten 20 km vor dem Einstieg in die Rhön muss ich schlechtere Bärte annehmen und sinke zwischen den Bärten mit teils 3-4m/s, was wohl an den Leeefekten der Rhön liegt, die genau vom Nordwind überströmt wird. Zudem fange ich in der Rhön so extrem viele Mücken wie noch nie und bin Mangels Mückenputzern merkbar schlechter unterwegs, was mich bestärkt im Winter welche anzubauen. Als ich nach einigen Bärten an der Wasserkuppe bin, werden sämtliche Bärte von 4 ASK 21 zerrührt, die alle fröhlich mit 10-12° Schräglage rumkurbeln. Ich beschließe um 16:00 lokal zu wenden und mich aus dem Chaos zu verziehen und fliege den Auslösepunkt an einem Skilift ein paar Berge weiter an, den ich vorhin schon nutzen konnte. Der Sprung von der Rhön ins Flache ist erwartungsgemäß wieder sehr einfach und ich komme mit Rückenwind und sehr guten Bärten schnell an Schweinfurt vorbei. Bis Kitzingen läuft es wie geschmiert, doch ab da ist leider wieder alles breitgelaufen und unstrukturiert. Bei Rothenburg habe ich wieder ein kleines Tief, finde aber unter eine dunklen Wolkenwurst wieder Steigen, das nach oben hin doch noch ziemlich gut wird. Die Luftmasse ist sehr aktiv und reagiert auf jedes Bisschen Sonneneinstrahlung, doch ich beschließe, Direktkurs auf den Stillberg zu nehmen, da ich nicht weiß wie sich das Wetter in der verbleibenden Stunde, die ich voraussichtlich noch brauche, entwickeln wird. Die Optik ist eigentlich garnicht gut, bei Dinkelsbühl kurble ich aber in 1,9m/s nochmal 1200 Höhenmeter unter einer Wolke, die von einem 10x10km großen Ausbreitungsfeld beschattet wird. Ein paar km weiter nehme ich nochmal 200 Höhenmeter mit und gehe in den 50km langen Endanflug mit viel Reserve, da die Mücken mir sehr zu schaffen machen. Die Seeyou Gleitpfadanzeige mittelt sich ungefähr bei GZ 31 und ich verliere viel Sicherheit, doch es reicht locker noch heim und ich kurble zum Spaß kurz vor dem Flugplatz nochmal ein paar Meter um halb 7. Sicherlich lässt sich nicht feststellen, ob auch Abwinde für die schlechte Gleitzahl verantwortlich sind, die Luft war allerdings recht ruhig und ich schließe diesen Faktor als Hauptfaktor aus. In ruhigem Wetter hatte ich schon Gleitpfadanzeigen von 38 im windstillen Endanflug ohne Thermikeinfluss (kaum Mücken), d.h. viele Mücken verschlechtern den Gleitwinkel um sicherlich >15%.  Um nicht nur über Mücken zu reden: Um 18:40 lokal setze ich am Stillberghof auf und bin sehr zufrieden, denn ich habe wieder viel Neues gesehen und gelernt. OLC-Optimierung sieht zwar anders aus, doch es muss auch Flüge geben wo man nicht darauf achtet sondern dahin fliegt, wo einen die Neugier hintreibt.

23.7.12 14:05, kommentieren

Uni-Prüfungszeit und Vorbereitung der Restsaison und des Frankreichurlaubs

Der Sposobesuch in Winzeln war vorerst das letzte, was ich fliegerisch vorausgeplant habe. Die nächsten drei Wochen bis Ende Juli steht erstmal die Uni im Vordergrund - ich muss für meine Prüfungen lernen und diese dann auch schreiben. Die Fliegerei wird sich darauf beschränken (müssen), dass ich bis zum Ende der Prüfungen nur dann fliegen gehe, wenn die Wetterberichte sogar Biertische fliegen lassen wollen Ich versuche allerdings, einige Stunden dafür zu verwenden, den Flieger nochmal herzurichten und ein paar Kleinigkeiten zu reparieren, damit für Frankreich alles gut dasteht. Viel muss nicht gemacht werden, Bremsseil tauschen und Bremse neu einstellen, alles neu fetten und den Hänger ein bisschen modifizieren, dann kann es losgehen. Von Ende Juli bis Mitte August gehe ich nochmal etwas arbeiten um dann Mitte August nach Vinon zu düsen. Letztes Jahr habe ich meine ersten Erfahrungen dort gesammelt und dank Toni Lugtenburgs Einweisung am ersten Tag auch schon einiges gesehen. Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, weitere Routine dort zu erlangen und vor allem, meinen fliegerischen Horizont nach Norden zu erweitern. Das nörlichste was ich von den Seealpen bisher gesehen habe war die gegend um St. Crepin, mal sehen was ich dieses Jahr neues entdecken kann. Bisher habe ich mich hauptsächlich mit den Außenlandemöglichkeiten befasst, die Standardrouten ergänze ich noch mit Alternativrouten, die ich aus dem OLC und von Erzählungen anderer her kenne.

Ich habe also viel vor die nächsten anderthalb Monate, die Vorfreude auf Frankreich überwiegt allerdings und ich freue mich riesig auf das Bergfliegen, den Urlaub und die entspannenden Stunden mit Freunden und Freundin in Frankreich!

4.7.12 00:00, kommentieren

Besuch der Sportsoldaten in Winzeln

Hallo aus Winzeln!

Am Montag habe ich,nachdem ich mit Felix Bauer telefoniert habe, den Entschluss gefasst, die Sposos am Trainingslager in Winzeln-Schramberg zu besuchen. Der Plan war, am Mittwoch mit meinem Cirrus vom Stillberghof aus hinzufliegen und möglichst am Donnerstag, spätestens am Freitag wieder heimzukommen. Die Wettervorhersagen waren für Mittwoch eigentlich nicht schlecht, doch als ich Dienstagmittag aus der Uni kam, waren trotz eher mäßiger vorhersagen 3/8 am Himmel und die Prognosen für Mittwoch wurden immer schlechter. Ich bin schnell in meine Wohnung gefahren, habe meine sieben Sachen gepackt und bin mit der Bahn und dem Klappfahrrad im Gepäck von Augsburg nach Donauwörth gefahren, um am Nachmittag noch vom Stillberghof aus starten zu können. Dankenswerterweise hat sich Andy Offer Zeit genommen, mir schnell beim Aufrüsten zu helfen und mich dann zu schleppen. Nachdem Schlafsack und Klamotten im Flieger verpresst waren, bin ich gegen halb 3 am Stillberg gestartet und hab mich bei recht guter Optik, aber doch recht mäßigem Steigen und starkem Wind auf den 190km-Weg gemacht. Anfangs war ich immer recht unkomfortabel tief unterwegs, auf der Alb lief es dann aber ganz passabel und ich kam langsam aber konstant voran. Als die Optik bei Urspring dann seltsam wurde und viele Wolken nur zerrissenes und schwaches Steigen brachten, bin ich dummerweise ins untere Stockwerk gefallen (unter 400m AGL) und konnte kein sinnvoll nutzbares Steigen bei mehr als 30km/h Wind finden. Außenlanden wollte ich unter der Woche nicht, also bin ich 5km zurückgeflogen, um im Falle einer Außenlandung in Oppingen zu sitzen und nicht in Urspring oder Bad Ditzenbach zu landen, wo erfahrungsgemäß überhaupt nichts los ist. Am Flugplatz Oppingen habe ich in 130-180m nochmal 2 Bärte angerührt, die durch den starken Wind in der Höhe nichtmehr nutzbar waren. Kurz nachdem das Rad in Oppingen rollte, habe ich meine Kontakte von 2009, wo ich schonmal hier war rausgesucht und versuchte, einen Schlepper zu finden, der mich noch hochzieht, bevor die Warmfront, die sich am Schwarzwald gestaut hat, auch auf Winzeln übergreift. Nach Telefonaten mit Tobias Schmohl und weiteren hatte ich Jörg Sebald an der Strippe, der sofort da war und sich trotz Arbeit Zeit nahm, mich zu schleppen. Um 17:05 war ich wieder in der Luft und habe schon überlegt, wieder an den Stillberghof zurückzufliegen, was bei dem Wind und rund 80km Strecke sicherlich am einfachsten gewesen wäre. Allerdings bin ich nur losgeflogen, um nach Winzeln zu kommen, und ich fasste die Entscheidung, mich ein paar km Richtung Winzeln an die Basis schleppen zu lassen und es zu versuchen. Nach 9 min war  ich raus und blieb nurnoch an der Basis, da der Wind hier nurnoch 10km/h stark war. Ich kurbelte auch viel schwaches Steigen, da die 15km/h Windunterschied das im Vergleich zu tieferen und vielleicht besseren Bärten locker wieder wett gemacht haben. Um halb 7 kam ich in Winzeln an und war froh hier zu sein, denn schon 5km Südlich Winzeln war die Warmfront soweit fortgeschritten, dass an thermisches Fliegen durch mehrschichtige 8/8 nicht mehr zu denken war.

Gestern hatte ich hier die Gelegenheit, die LVB LS8 "M1" zu fliegen, wo ich an einer Grand Prix Task der Sportsoldaten teilnahm. Es war mein erster LS8 Start und ich bin wirklich sehr angetan von dem Teil, doch durch das sackrisch enge Cockpit sitze ich da leider ziemlich eingepfercht und unentspannt drin. Nichtsdestotrotz bin ich auch mit 120l Wasser und dem eider straken Wind sehr gut mit dem Flugzeug zurechtgekommen und bin über 3h schön geflogen, auch wenn die Thermik teils sehr schwierig war und ich oft unter 300m kurbeln musste.

Heute ist fliegerisch noch nichts geplant, die Sposos sitzen gerade bei Besprechungen und ich plane meinen Heimflug, der wohl morgen sein wird, da ich denke dass das Wetter da besser sein wird. Der Flug wird aber warscheinlich nicht einfach, da Es wohl sehr spät losgeht und blau bleiben wird. Ich hoffe darauf, dass es morgen vor den Gewittern rechtzeitig labilisiert und ich vor der Front noch mit Wolkenhilfe heimkomme.

28.6.12 12:03, kommentieren

FAI-Dreieck in sehr inhomogenem Wetter (606km) - 14.05.2012

Am Vortag (s. Bericht) bin ich schon 9h geflogen und hatte einen dementsprechend tiefen und erholsamen Tag. Heute stehe ich um 8 auf und organisiere erstmal den Schlaf - eigentlich muss ich in die Uni. Nachdem der Wetterbericht wieder ziemlich gut aussieht hat sich das mit der Uni erledigt und ich ziehe meinen Flieger, den ich aufgebaut hab stehen lassen, an den Start. Schon vor 10 Uhr stehen wieder die ersten Cumuli 30km entfernt auf der Alb und selbst am Stillberg bilden sich schon kleine Fetzen. Nachdem ich schnell meinen Flieger fertiggemacht habe sitz ich auch schon drin - etwas mehr Vorlauf durch frühes Aufstehen hätte sicher nicht geschadet. Um 10:42 zieht die Remo mich vom Platz (Danke Josef!!!) und ich fliege nach einem eher laschen 1,5er Bart um 10:50 sofort ab. Thomas "TK", Mario "FLY" und Arne mit Jörg "JS" sind direkt nach Norden weg und westlich an Nürnberg vorbei, ich hab wieder ein FAI im Kopf und will erstmal auf die Alb. Ratzfatz kann ich den Wölkchen in 1700-1800m NN folgen und fliege vorbei an der Rauhen Wanne und Aalen-Elchingen Flugplatz. Meine erste Wende ist Oppingen/Au, die ich nach einem schönen 4m-Bart noch etwas Richtung Südwesten verlängere. Kaum hab ich gewendet, sehe ich schon die schlechterer Optik Richtung Norden. Es trocknet deutlich von Nordosten her ab und die Wolken werden dünn, hässlig und zerfallen im Minutentakt. Kurz vor Ellwangen kann ich nochmal einen 1,5er unter der letzten Wolke ziehen und dann war`s das mit Wolkenthermik. Ab jetzt geht das übliche gestochere los - Waldflächen, Steinbrüche und Erhebungen die im Wind stehen müssen als Aufwindquellen herhalten, was mir meistens ganz gut gelingt. Je weiter ich nach Norden komme, desto weiter sind die Bärte auseinander und desto heftiger geht es zwischendrin runter. Querab Schwinfurt fliege ich das erste mal über 90° vom Kurs ab und suche durch Bodenorientierung mögliche Ablösepunkte ab. Ich folge einem Waldbuckel der genau im Südwind steht und kann wie erwartet einen guten Blauthermikbart in 550m AGL ziehen. Der ist zwar sau turbulent und "warmluftig", bringt mich aber durch sehr enges kreisen und viel nachzentrieren auf 1700m NN und ich gehe weiter Richtung Lichtenfels. auf dem Weg dahin gehts wieder sakrisch runter und ich fliege mehrere Baustellen/Gruben an, die wohl für eine Bahnstrecke oder Straßenbau dort geschaffen wurden. Über einen recht ausgeprägten Grube finde ich nochmal einen guten Bart und halte auf die Wende Coburg Brandensteinsebene zu. Hier wende ich um 14:30 und bin recht gut im Zeitplan, obwohl ich durch die schwierige Blauthermik doch nicht so arg schnell bin. Als nächste Wende habe ich Bruck/Nittenau im Kopf und hole erstmal nach Osten Richtung Bayreuth aus, um mit Grafenwöhr, Nürnberg und ED-R Hohenfels keine Probleme zu kriegen. Es läuft hier trotz 15km/h Gegenwind nicht wirklich schlecht und ich komme durch Anfliegen der Auslösepunkte am Boden recht bequem weiter. Mario berichtet von guten Bedingungen mit Wolken von Bayreuth bis Schwandorf und ich fliege recht optimistisch vor bis über die Stadt Bayreuth. Ab hier habe ich wieder Wolkenanschluss, finde aber keine guten und runden Bärte und nehme hier auf dem Weg nach Weiden viel geradeaus in ca 1500m NN mit. Nach viel rumgesuche und geschwable finde ich endlich mal wieder einen runden Bart und steige auf Komforthöhe, denn ab Schwandorf hat es 7/8 und sehr mäßige Steigwerte. Ich fliege vorsichtig aber bestimmt richtung Nittenau weiter und habe sehr lange Gleitstrecken zu bewältigen, doch hinter den Abschirmungen an den Sonnenflecken kommen 2 mal jeweils über 2m und ich kurble jeweils knapp 1000m Höhe, um die nächste Breitgelaufene Zone zu überwinden. Bei Nittenau öffnet sich der Himmel etwas und ich sehe am Boden eine kleine Sonnenlinie, die sich bis Cham erstreckt. Ich entschließe mich, das Dreieck entlang dieser Sonnenlinie zu erweitern und drehe um 16:55 lokal bei Kilometer 140 auf den Stillberg um. Die Route heimwärts ist recht unkompliziert, da der Bedeckungsgrad ab Regensburg abnimmt und die Sonne somit wieder mehr Bodenfläche für die Thermikentwicklung bestrahlt. Man sieht von Westen die Abschirmung reinkommen, die uns aber nur mit ihren Vorläufern beeinträchtigt. Vorbei an Beilngries kann ich bis Eichstätt noch gute Bärte finden und nehme fast alles mit was kommt, da ich abends nicht mehr tief kurbeln will und die Bärte um diese Uhrzeit ohnehin nurnoch oben an der Basis strukturiertes und gutes Steigen bieten. Um halb 7 bin ich in Eichstätt und fliege direkt Richtung Stillberg ab, denn die letzten Wolken stehen nurnoch nach Norden zum Brombachsee hin und damit würde ich den Gleitbereich zum Stillberg mit den Cirrus verlassen. Ich gleite in recht ruhiger Luft nach Hause und schließe das FAI rund 3km nördlich des Platzes. Meine Höhe ließe zwar noch eine Erweiterung um 15km im Gleiten zu, doch ich mache etwas Speed und drehe bei Parkstadt um. Nach Platzüberquerung drehe ich ins Endteil 27 und setze um 18:50 am Flugplatz auf. Was für ein facettenreicher und interessanter Tag! Trotz teils schwierigen Wetters hat es für 606km und ein 590er FAI gereicht. Wunderbar!

1 Kommentar 16.5.12 16:02, kommentieren

715km im Dreierpack - 13.05.2012

6:30 Uhr: Mein Wecker kommt zur Tür rein. Ich liege im Vereinsheim am Stillberghof auf der Luftmatratze am Boden und werde schlagartig von Mario Wissmann geweckt, der angesichts der angekündigten Hammerwetterlage schon um 5 Uhr nicht mehr schlafen konnte. Im ersten Moment bin ich einfach nur genervt, wer will schon um halb Sieben in der Früh geweckt werden. Im zweiten Moment bin ich schon wach(er) und realisiere, dass wir gestern noch den Plan hatten, heute gegen halb 10 zu starten. Also raus aus dem Schlafsack und direkt an die Hänger, wo wir Arne Röplings Cirrus und Mario Wissmanns Discus 2b aufbauen. Auch Arne`s Vater Jörg ist voll Aktionismus und steckt den Arcus zusammen - auch Sabine und er wollen wie gewohnt ganz früh starten. Meine "7R" steht schon seit gestern Abend am Start damit ich in der Früh keinen Stress mit aufbauen habe und - das muss man mal festhalten - das Wasser auf den Flügeln ist in der Nacht gefroren, wenn das keine Vorboten für einen Hammertag sind.

Um halb 9 kommt Hannes Röpling, der dritte Cirrusflieger in der Runde, mit ca 3G Querbeschleunigung mit der A-Klasse ums Eck und steckt in Windeseile seine "HR" zusammen. Nun sind wir komplett, der erste Schlepp geht um kurz nach halb 10 raus, ich starte um 10 und kurble erstmal einen 50cm-Bart. Arne und Hannes starten sofort nach mir und wir haben erstmal Mühe an die Basis zu kommen. Es hat zwar schon 2/8, allerdings mit 800m über Grund noch recht tief und leicht unstrukturiert. Um 10:20 fliegen wir ab, sind dabei allerdings noch nicht ganz an der Basis gewesen, da uns die Bärte viel zu schlecht und eckig sind. Der erste Schenkel führt uns auf die Alb, wo wir auf die erste Wende Laichingen zusteuern (Suhl und Arnbruck sind die anderen beiden). Vorbei an den Harburger Steinbrüchen kommt schon was besseres, doch mit kurbeln wollen wir erstmal nicht viel Zeit verschwenden. Es wird viel unter den Wolken rumgeschwabbelt und das klappt auch ganz gut. Bei Gerstetten ziehen wir um kurz vor 11 den ersten richtig Klasse Bart mit 2,3m auf 1500m NN. Der Schalter ist jetzt umgelegt, wir geben Gas und folgen den Aufreihungen, um um 11:25 in Laichingen zu wenden. Wir müssen auf dem Rückweg ein bisschen am Stuttgarter Luftraum entlang ausholen wo ich leider eine schlechte Linie erwische und kurzzeitig aus dem Team rausfalle. Das stellt aber den Vorteil dar, dass ich eine bessere Sicht nach Norden habe. Das Wetter sieht fantastisch aus, hier auf der Alb ist es eher breitgelaufen und unstrukturiert. Ich teile das den anderen beiden auch gleich mit und wir versuchen schnellstmöglich von der Alb runterzukommen. Die gute Optik ist das eine, der Gegenwind von gut 15km/h und die doch recht Tiefe Basis von 16-1700m NN macht uns das leben auf dem über 200km langen Schenkel nicht einfacher. Es läuft zwar nicht schlecht, doch irgendwie sind die Bärte nicht sehr gleichmäßig unter den Wolken zu finden und wir bauen einige Umwege ein, um immer die schönsten Wolken anzufliegen. Ich falle in ein kleines Motivationsloch, denn wir kriegen unseren Schnitt kaum über 70 und brauchen recht lange bis Suhl, wo zum Gegenwind auch noch recht breitgelaufene Wolken anzufinden sind. Im Nachhinein betrachtet war der Schenkel nicht schlecht, über 200km mit einem 77er Schnitt können aber demotivierend sein und brauchen etwas Elan und Motivation im Team. Grund für das nicht so schnelle Vorankommen ist aber hauptsächlich die Tiefe Basis, wodurch wir mit unseren Clubklasseflugzeugen recht oft kurbeln müssen und nicht immer die Topaufwinde anfliegen können. Zwischen Coburg und Suhl beschließen wir, richtig hoch zu machen, um an der Thüringerwaldkante nicht abzuprallen und finden prompt einen 2,5er Bart, der uns auf 2050m hebt. Die Höhe reicht aus, um komfortabel nach Suhl zu kommen und so wenden wir entspannt (14:40) und setzen den Flug Richtung Arnbruck fort. Was danach kommt ist einfach nur fantastisch: Der Thüringer zeigt sich von seiner besten Seite und wir können bis zum Fichtelgebirge mit einem 110er Schnitt vorfliegen. Wir folgen den Aufreihungen und Schönen Wolken und müssen kaum kurbeln, was die Motivation bei uns dreien wirklich merkbar hebt - das ist für einen erfolgreichen Flug elementar wichtig. Querab Bayreuth westlich des Fichtelgebirges merken wir deutlich das Lee des Nordostwindes und werden etwas runtergespült, finden aber zweimal hintereinander recht schöne Bärte an den Vorgelagerten Waldbuckeln in ca 1200m NN und können recht entspannt weitermachen. Im Osten vorbei an Schwandorf ist alles noch recht relaxed, im Bayerwald sieht man aber die von den Wettermodellen angekündigte Verschlechterung durch Ausbreitungen und großflächige Abschattungen. Wir diskutieren über 20 Minuten, ob wir Arnbruck noch nehmen sollen oder grob über Roding verkürzen. Ausgeflogen wären das 738 FAI, was aufgrund der Tageszeit absolut kein Problem darstellen würde. Allerdings hören wir von "GH", der gerade am Arber ist, dass es dort nicht einfach ist und "AT" erzählt von Australischen Bedingungen im Westen. Dieser Gegensatz lässt uns trotz aller Euphorie für das große Dreieck keine Wahl: Ab in den Westen. Wir verkleinern das FAI durch die frühere Wende auf 685km und fliegen ab nach "Australien". Bis Regensburg ist es noch etwas abgeschattet und die Bärte mit unter 1,5m noch etwas mau, danach allerdings können wir viele 2,5-3m Bärte annehmen und sind um 18:10 lokal schon wieder querab Eichstätt. Irgendwie haben wir aber blöderweise einen guten Aufwind stehen lassen und sind zwangsläufig nach einer längeren Gleitstrecke recht tief am Stillberghof zurück. wir wollen um halb 7 noch nicht landen und verteilen uns etwas um den Platz. Arne und Hannes fliegen Richtung Donauwörth ab und ich orientiere mich an den Wolken am Hang über Zirgesheim. Die beiden kriegen erstmal nichts und ich erwische einen knappen 1,5er in 500m AGL, den wir nochmal bis 1700m NN auskurbeln. Es stehen jetzt um 18:45 noch ein paar schöne Fetzen nach Norden die wir auch nutzen um nochmal um 25km zu verlängern, allerdings sind wir nach 9h Flug schon recht ausgepowert und entschließen uns, das schöne Dreieck durch ein Jojo jetzt nicht weiter künstlich in die Länge zu ziehen. Wir drehen um und landen bei Kilometer 715 nach einem schönen und facettenreichen Flug um kurz nach 19 Uhr lokal am Stillberghof. Das 738er Dreieck war zwar möglich, doch wir waren diesmal etwas minimalistischer und haben nicht alles auf eine Karte gesetzt, auch weil 715km mit unseren Cirren nicht wirklich schlecht sind

An diesem Tag hat sich die SFG Donauwörth-Monheim am Stillberghof wie fast immer von ihrer besten Seite gezeigt und wir haben 11 Flüge von 530-940km, dazu noch der 1000er von Wolfgang und Andreas im 4D (Glückwunsch!) Für einen so kleinen (aber feinen) Verein ist das sehr sehr beachtenswert.

2 Kommentare 13.5.12 22:20, kommentieren

FAI-Dreieck vom 04.05.2012 (710km)

Die Nachbereitung des Fluges ist meistens genauso lehrreich wie der Flug selbst und das geschriebene Wort ist fester im Kopf verankert als das gesprochene - deshalb halte ich das ganze mal in Schriftform fest:

 Der Wecker klingelt um 8 - und ich bin schon eine Stunde wach. Die Kälte der Nacht sitzt mir mindestens genauso in den Knochen wie die vorangegangenen 5 Flugtage am Stück. Aber was soll`s, ich bin zum Fliegen hier in Eichstätt, wo sich der Bayerische D-Kader zum alljährlichen Trainingslager trifft. Ich krieche aus dem Zelt und klopfe meine Freunde Felix und Max aus dem VW-Bus und Zelt um vor dem Frühstück die Flieger fertig zu machen. Es kommt nicht so recht Schwung in die Aktion, den anderen beiden geht es ähnlich wie mir und es herrscht angespannte Stimmung am Hängerplatz, weil ein Platz im Arcus frei ist - und jeder will selber fliegen. Wir beschließen, uns von den Diskussionen zu distanzieren und bauen Felix` LS8, Max` Discus 2c und meinen Standard-Cirrus auf. Die Standard- und 18m-Flieger machen die Flächen teils (rand)voll Wasser und schieben an den Start, ich hingegen kann kein Wasser tanken und gehe erstmal Frühstücken. Mein Flugzeug ist noch recht dreckig von der Außenlandung des Vortages am Fuße des Flugplatzes (der 120m über der Stadt Eichstätt auf der fränkischen Alb liegt) und ich mache erstmal die Erde und die vielen Mücken weg. Um 10 ist Briefing und Claus Triebel verkündet die erwartete und gute Wettersituation. Nachdem die Vortage eher vom Föhn und einer trockenen Luftmasse aus Süden geprägt waren, hat sich am Tag zuvor eine neue Luftmasse eingemischt, die heute im Vergleich zum Vortag, wo die Feuchte in der Höhe leider an der Inversion breitlief, deutlich abtrocknete und somit ein homogeneres Wetter zuließ. Nach 4 Trainingstagen mit teils kleinen aber anstrengenden Flügen in schwieirgem Wetter wollen wir heute mal größer Fliegen. Der Wunsch, eine gute Wetterlage auch für die DMST nutzen zu können wird von den Trainern erhört und so schreibt Christian Maex eine 520km-Task mit den Wenden Gerstetten, Coburg und Bruck/Nittenau aus. Für die schweren und leistungsstärkeren Flugzeuge wird die Wende Coburg alternativ (und je nach Wettersituation im Norden) durch die Wende Suhl in Thüringen ersetzt. Die große Strecke ist knapp 600km lang und scheint für die meisten zu groß, zumal wir erst gegen halb 12 in die Luft kommen würden. Ich träume schon von der großen Strecke, die wird mir allerdings im Briefing wieder ausgeredet, denn ich würde ja Clubklasse fliegen, das wäre zu viel... Im Seeyou ist also erstmal die kleine Strecke um Coburg programmiert und ich mache die "7R" mit Brezen, Apfelschorle und ein paar im Grid zusammengesammelten Pisstüten startbereit. Ich bin Nummer 6 in der Startreihenfolge und komme um 11:30 lokal in die Luft. In 1100m NN ist das Seil raus und ich mache mich zusammen mit 77 (Flo Hafner) und SP (Claus) in einem 2m-Bart an die Basis, die bei knapp 1700m liegt. Wir fliegen um 11:38 sofort ab und erwischen eine super Linie Richtung Gerstetten, wo wir auf 90 km nur 3 mal Kurbeln müssen und bei Gegenwind mit einem 96er Schnitt vorankommen. Kurz vor der Wende merke ich mir einen 2m-Bart genau am Nordrand des Flugplatzes Giengen/Brenz und drehe in Gerstetten recht tief um, um eben diesen Bart wieder kurbeln zu können (Gegenwindwende). Ab hier verliere ich die beiden anderen, die sich zwischen Gerstetten und Rieskante bei Bopfingen verbasteln und Pech haben, da sie eine optisch gute Wolke anfliegen, die garnicht zieht. Ich habe mir in besagtem Bart ein so komfortables Polster erkurbelt, dass ich diverse mäßige Bärte stehen lassen kann und bei Bopfingen, wo die anderen in 400m über Grund kämpfen müssen, einen 2,5m-Bart bis oben hin auskurbeln kann. Ich gehe bewusst wieder an die Basis (auch wenn das Steigen oben schlechter wurde), da das Ries nicht wirklich gut aussieht und nach Westen hin keine Cumuli mehr zu sehen sind. Zwischen Ellwangen und Giebelstadt finde ich teils im Blauen, teils unter einzelnen Fetzen 3 mal jeweils 2-2,5m und gehe jeweils immer bis oben ran, da ich befürchte, bis hinter Ansbach keine Thermik mehr finden zu können und in Illesheim Flugbetrieb ist, wo ich dann keinesfalls in den Luftraum fallen darf. Kurz westlich Illesheim bildet sich ein kleiner Flusen, der zwar abbaut, allerdings die einzige markierte Aufwindstelle darstellt. Hier mache ich nochmals 800m gut und nutze die Zeit, mal bei Seckendorf nachzufragen, ob denn die Segelflugsektoren westlich Nürnberg aktiv sind. Leider geht keiner ran und ich habe natürlich keine Lust, bei über 2000m Basis von dem Nürnberger Deckel (1676m) kastriert zu werden. Es geht also westlich an den Sektoren vorbei, obwohl im Osten Richtung Steigerwald eine Bilderbuchoptik vorzufinden wäre. Durch die guten Bärte im Blauen kurz vorher bin ich aber trotzdem keineswegs  skeptisch und kann wieder gute Bärte finden, die teils nicht gezeichnet sind. Endlich an Nürnberg vorbei kann ich einen deutlichen Ostschlenker Richtung Bamberg fliegen, wo die Cumuli schön strukturiert und regelmäßig stehen. Ich nehme hier viel im Geradeausflug mit und versuche tragende Linien zu finden, was mir nicht ganz so gut gelingt. Kurz vor Coburg drehe ich im Seeyou mal Suhl als Alternativwende rein und sehe, dass es nur knapp 40km einfach zu fliegen wären, also 80km Mehrstrecke. ich überlege länger und habe dazu auch genug Zeit, denn ich bin zwischenzeitlich wieder recht weit runtergeflogen und kurble in einem nur mäßigen 1,5er Bart westlich von Coburg bis auf ein komfortables Niveau. Dass ich dort bis auf 1000m NN unten war hat auch eine positive Seite, denn ich kann die Wetteroptik bis weit nach Norden beurteilen und entschließe mich, also doch erst in Suhl zu wenden. Vor dem Sprung zum Thüringer gehe ich nochmal bis ganz an die Basis, um im ansteigenden Gelände keine Schwierigkeiten zu bekommen und nicht im Relief rumfliegen zu müssen. Das war zwar nicht unbedingt nötig, da auf Kurs viele gute Bärte standen, aber ich bin hier gut 250km von der Heimat weg und fliege lieber ein ganz wenig langsamer und vorsichtiger, um auch ja kein Absaufrisiko einzugehen. Kurz vor Suhl nimmt der Bedeckungsgrad zu und man sieht von Norden her deutlich das heranziehende Schlechtwetter.Die Wende ist trotz 7/8 kein Problem und ich bin um 15:10 lokal wieder unterwegs nach Südosten, wo ich Bruck/Nittenau also nächsten Punkt anvisiere. Ich fliege immer mit 140-160 km/h vor, da die Thermikgüte gut ist und der MCready entsprechend hoch. Ich kann immer wieder Bärte über 2m kurbeln und bin ratzfatz über dem Bayreuther Flugplatz,  wo ich nochmal einen Safety-1,5er mitnehme.Die Höhe tut gut, denn so kann ich direkt zu den guten Wolken nordwestlich Weiden springen und muss keine Umwege nach Osten einbauen, wo zwar höhere Cumulidichte vorherrscht, allerdings weniger schöne Konturen vorzufinden sind. Ich halte direkt auf Grafenwöhr zu, wo ich den absolut schönsten und rundesten Bart des Tages am Nordosteck des Luftraums mitnehme. Dieser Bart ist dann der ausschlaggebende Faktor wo ich überlege, wie es jetzt weitergeht. Die anvisierte Wende und der anschließende Heimflug nach Eichstätt sind die 100% sichere 600km-FAI Lösung. Ich schaue nochmal auf die Uhr (17:00 lokal) und fange das rechnen an. Ich drehe mal den Arber rein, mal Arnbruck Flugplatz, mal Cham und überlege länger. Die Basis im Bayerwald fällt zwar um 100m ab, allerdings sind die Hänge durch die tieferstehende Sonne fast senkrecht angestrahlt und versprechen super Thermik. Ich frage Claus, der schon wieder fast in Eichstätt ist (ASG 29 mit Wasser), wie er die Thermikdauer einschätzt und was er zu meinem Vorhaben sagt. Seine Antwort war klar: Thermikende gegen 19:00, im Osten sieht es gut aus und "du bist ja fast im Gleitbereich zum Platz". Naja...ASG 29 und so.. Ich rechne mir aus, dass ich so weit fliegen kann, dass ich um 19:00 bei Kehlheim bin und dort den letzten Bart auskurble, der mich dann kurz vor Thermikende an die Basis bringt und ich mit tragenden Linien die gut 70km dann geradeaus fliegen können sollte. Also ist der Neue Plan: Ich fliege bis 18:00 in den Bayerwald möglichst weit in den Osten bis ca km 140 auf Eichstätt und drehe dann um, um in der verbleibenden Stunde die gut 70-80km nach Kehlheim zu  schaffen, wo dann hoffentlich der letzte Bart des Tages auf mich wartet. Also rein in den Bayerwald und vollgas Richtung Südosten. Kurz vor dem Flugplatz Arnbruck an den ersten ausgeprägten Südwesthängen nehme ich einen ruppigen 1,5er Bart gegen 17:35 Lokal von 1300m bis 2100m mit und fliege an einer leicht breitgelaufenen Wolke in leicht vermindertem Sinken bis ca 4km vor den Arber, wo ich um 17:50 wende. Ich fliege auf dem Rückweg den gleichen Bart nochmal an und kurble diesmal auf 2300m. Ich sage mir immer wieder: "Robert, es ist jetzt kurz nach 6, du musst ab jetzt hochbleiben und langsamer vorfliegen". Das gelingt mir nur bedingt, denn sobald ich aus den Bergen raus bin nimmt die Thermikgüte stark ab und die Wolkenfetzen werden unzuverlässiger. Ein Meterle südlich des Chamer Beckens schenkt mir nochmal 350m und ich halte auf die letzte gute Wolke zwischen Regensburg und Nittenau zu. Ich würde gerne höher bleiben, doch bis kurz vor Regensburg kommt wirklich garnichts. 1000m abgleiten und ein Blick auf die Uhr stimmen mich wirklich skeptisch, gedanklich Überlege ich mir die Alternativen und ziehe den Flugplatz Oberhinkofen als beste Außenlandemöglichkeit in Betracht, da es dort Bier gibt und die Autobahnanbindung über die Bundesstraße und die A93 am besten ist. Doch als ich überlege sehe ich auf einmal mein Flarm aufblinken und ich drehe mich um. Da kommen Wolfgang Köckeis und Andreas Wissman in ihrem Nimbus 4DM "4D" aus meinem Heimatverein Stillberghof angeschossen, überfliegen mich 300m höher und markieren 10km vor mir einen Bart. Ich steige in gut 1200m ein und wir finden unter der breiten Wolke mit viel nachzentrieren nochmal ca 1,3m, die mich auf 2200m NN heben. Über Regensburg ist nun der letzte Wolkenfetzen der Industrie- und Stadtthermik und ich bemerke, dass ich durch die 25 Minuten kurbeln eben gerade ziemlich weit in meinem Zeitplan zurückgeworfen wurde. Das war jetzt auch mein Endanflugbart, den 10km- Umweg zum Altmühltal bei Kehlheim spare ich mir, da ich um 19:15 dort keine Thermik mehr erwarte und der Direktkurs mich natürlich näher an den Flugplatz bringt. Es folgt eine lange lange Gleitstrecke auf Eichstätt zu. Seeyou verrät mir, dass ich ca 1000m unter Gleitpfad bin und so drehe ich den MCready von 1,5 auf 0 runter, um mit die theoretischen Möglichkeiten des Heimkommens auszumalen. Ich bin trotzdem noch 550m unter Gleitwinkel und fliege geradezu auf Kurs weiter, da die Waldgebiete unter mir vielleicht noch ihre Restenergie ausspucken. Nordwestlich Kehlheim kommen um 19:20 nochmal 0,2m, die ich komplett auslutsche und dadurch 180m gewinnen kann. Durch das Kurbeln habe ich nun endlich wieder eine genaue Windanzeige und bin froh, dass der Gegenwind nurnoch 4km/h beträgt, was meinen Gleitwinkel streckt und mein Arrival auf nun 300m schrumpfen lässt. Neben der A9 zwischen Stammham und Denkendorf kommen nochmal extrem zähe 0,1m aus einem kleinen Waldbuckel mit Ministeinbruch und ich kann nochmal 80m steigen. Nun keimt die Hoffnung auf, ich habe nurnoch -100m auf Eichstätt und brache nurnoch einen Hauch Thermik um heimzukommen. Es ist jetzt 19:40 und vor mir schiebt sich die 8/8 Abschirmung der aufziehenden Front vor die Sonne. Ich hoffe, dass der dadurch entstehende Kaltluftkeil die letzten Reste der Wärme aus den Wäldern löst und mir somit die letzten 100m schenkt. Mein Flugweg orientiert sich nun nurnoch am Relief. Ich springe über die Hochspannungsleitung, die über den Waldbuckel von Ingolstadt ins Altmühltal läuft und folge dem Nordwesthang genau auf Eichstätt zu. Hier trägt es nichtmehr, ich habe aber noch -40m. Nach Querung des Tals auf die Nordseite bin ich schon auf Höhe der ersten Geschäfte und auch hier trägt es nicht. Die Entscheidung zur Außenlandung sitzt jetzt in 120m, also quere ich nochmals nach Süden, fliege ganz nah an den Flugplatz um das FAI vielleicht doch noch schließen zu können und gehen ins Endteil auf einen Acker genau an der Straße. Das Rad rollt um 19:55 lokal und ich mache den Flieger fertig, da Felix und Max schon über den Funk bescheidwussten und ins Tal losgefahren sind. Ein recht großer Stein hat beim Flächeablegen meine linke Nasenleiste im Außenflügelbereich leicht beschädigt was mich ziemlich ärgert, aber als ich dann am Flugplatz meinen Flug beim Fassbier des Abschlussabends hochlade, ist der Ärger vergessen und ich freue mich nurnoch. 698,7km FAI-Dreieck geschlossen und 710,1 OLC-km. Von genau dieser Strecke habe ich seit 3 Jahren geträumt, jetzt wurde es wahr.

Ein paar Punkte Gedanken noch zum Flug, die das theoretisch Mögliche an einem Tag mit gleicher Wetterlage ausmalen:

-Tuning wie Mückenputzer, Querruderendscheiben, gute Abdichtung usw bringen sicher noch ein paar Prozent = km

-Starten konnte man um 10, was einige an diesem Tag in der Region auch mit Erfolg getan haben. 1:35 Vorsprung sind viele km.

-Ich habe ca 35h auf meinem Cirrus, den ich erst seit Oktober besitze und nun die erste Saison bewege. Mit einem 100% verinnerlichten Flugzeug lässt sich auch noch viel rausholen.

-Die Sonnenscheindauer ist im Mai noch nicht ganz so hoch, an Tagen im Juni bei gleicher Luftmasse kann man den Flugdauer sicher noch um eine halbe Stunde strecken.

-Das wichtigste, was ich bei diesem Flug gelernt habe: Keine Grenzen im Kopf setzen und setzen lassen, sondern einfach fliegen und sich an dem theoretisch möglichen orientieren, das einem gegeben wird. Das eröffnet Horizonte.

Fazit: Ich mag zwar das gerede nicht: "Wäre ich in dem und dem Flieger gesessen, hätte mich dies und das nicht gestört, wäre mein Profil nicht so mückenempfindlich und hätte meine Frau nicht um 8 Essen gekocht, dann..."

Aber: Unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte ist es denkbar, mit dem Cirrus auch ein >800km FAI zu planen und zu fliegen. Wann ist wieder Wetter...

 

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